Europa fürs Schulklima. Comenius-Schulpartnerschaften wirken

Laut Studie haben Comenius-Schulpartnerschaften positive Auswirkungen aufs Schulklima, motivieren Schüler und Lehrer dazu, Fremdsprachen zu erlernen und fördern das interkulturelle Verständnis.

via GD Bildung und Kultur

Im Dezember 2006 beauftragte die Europäische Kommission die Gesellschaft für Empirische Studien (GES) in Kassel in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Schul- und Bildungsforschung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, eine Studie über die Auswirkungen des EU-Aktionsprogramms Comenius durchzuführen. Das Programm Comenius, das derzeit ein Teil des EU-Programms Lebenslanges Lernen für den Zeitraum 2007 bis 2013 ist, unterstützt Projekte, die Schulen in verschiedenen europäischen Ländern gemeinsam durchführen. Im Rahmen dieser Projekte arbeiten Schüler und Lehrer an vereinbarten Themen und tauschen Projektergebnisse zwischen den Partnerschulen aus. Die Studie wurde als Umfrage unter Schulen konzipiert, die zwischen 2000 und 2005 am Programm teilgenommen haben.

Die Ergebnisse der Studie basieren vor allem auf einer Umfrage unter Comenius-Projektverantwortlichen in den 27 EU Mitgliedsstaaten und Norwegen, Island, Liechtenstein und der Türkei, die im Zeitraum von 2000 bis 2006 an einer Schulpartnerschaft beteiligt waren. Teilgenommen haben 7.903 Comenius Verantwortliche. Mit einem Anteil von fast einem Fünftel sind Vertreter deutscher Schulen am stärksten repräsentiert. Zusätzlich wurden bereits vorliegende Evaluationsberichte und Wirkungsstudien über Comenius 1-Schulpartnerschaften herangezogen.

Die Ergebnisse sind äußerst positiv: Sowohl Schüler als auch Lehrkräfte haben ihre Sprachkenntnisse verbessert, ihre interkulturellen Kompetenzen erweitert und ein besseres Schulklima erlebt. Den Aussagen der Lehrer zufolge haben mehr als 70 % ihrer Schüler ihre soziale Kompetenz und ihre Teamfähigkeit verbessert. Zwei Drittel der Schüler haben Fachkenntnisse und IKT-Kompetenzen erworben sowie ihr Selbstbewusstsein und ihre Lernmotivation gesteigert, so die Lehrkräfte in ihrer Bewertung. Darüber hinaus haben 75 % der Lehrer ihre Fähigkeit zur Arbeit in interdisziplinären Teams verbessert. Durch die Comenius-Schulpartnerschaften steigerte sich bei mehr als 75 % der Schüler das Interesse und die Motivation, Fremdsprachen zu lernen. 62 % verbesserten erheblich ihre Englischkenntnisse und 23 % ihre Kenntnisse in einer anderen Sprache als Englisch. Ferner hat sich laut 60 % der Befragten das Schulklima verbessert, es wird häufiger interdisziplinär gelehrt und gelernt. Die Arbeit an Projekten, so die Befragten, ist beliebter geworden; je intensiver und aktiver die Schüler an Projekten teilnahmen, umso positiver waren die Auswirkungen auf die Schulpartnerschaft.

Nach Ansicht einer großen Mehrheit aller Lehrer (79 %) ist die europäische Dimension in ihren Schulen dadurch sichtbarer geworden. Außerdem haben laut Studie mehr als 80 % der Lehrkräfte festgestellt, dass sich ihre Schüler mehr für andere Länder und Kulturen interessieren. Die Auswirkungen auf die Pädagogen sind gleichermaßen bemerkenswert: 90 % der Lehrer verstehen das Schulsystem der Partnerländer nun besser und wissen auch mehr darüber; 82 % haben langfristige persönliche Kontakte mit Lehrkräften an Partnerschulen aufgebaut.

Hier gibt es Informationen über das Programm Comenius.

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