24.01.2005Jugend in der Welt

EU und Kanada wollen Jugendkontakte stärken

Das "Canada-EU Youth Seminar" erarbeitete Empfehlungen für eine verstärkte Zusammenarbeit im Jugendbereich.

via JUGEND für Europa

Schon im Dezember 2002 hatten sich der Präsident der EU-Kommission, Romano Prodi, und der kanadische Premierminister Jean Chrétien, auf eine umfangreiche Überarbeitung der Beziehungen zwischen der EU und Kanada geeinigt, mit dem Ziel einer weiteren Vertiefung der bestehenden Verbindungen. Eine wesentliche Voraussetzung für gute zukünftige Beziehungen sollte dabei die Entwicklung von Kontakten junger Menschen sein.

Bislang pflegen vor allem Frankreich und die französischsprachige Gemeinschaft in Belgien intensive bilaterale Kontakte in Kanada.

Vor diesem Hintergrund fand Ende vergangenen Jahres auf Einladung der Generaldirektion Bildung und Kultur das "Canada-EU Youth Seminar", statt. In der Vorbereitung waren zentrale Themenbereiche, die für beide Partnergruppen eine hohe Relevanz hatten, festgelegt worden. Diese Themen, zu denen sich auch Arbeitsgruppen bildeten, standen in engem Zusammenhang mit dem Weissbuch „Neuer Schwung für die Jugend“:

  • Bürgerschaft und kulturelle Vielfalt,
  • Freiwilligendienst als Ausdruck bürgerschaftlichen Engagements,
  • Anerkennung und Unterstützung Nichtformalen Lernens.
Insgesamt waren 23 TeilnehmerInnen aus verschiedenen Provinzen Kanadas beteiligt, die in den beschriebenen Schwerpunktbereichen tätig sind. Die 27 TeilnehmerInnen aus der EU waren Jugendarbeiter, Vertreter Europäischer Jugendorganisationen, des Europäischen Jugendforums, verschiedener SALTO-YOUTH Resource Center und von Nationalagenturen des EU-Aktionsprogramms JUGEND. Konkretes Ziel dieses Treffens war es, den Erfahrungsaustausch anzuregen, best practice-Projekte vorzustellen sowie mögliche Partnerschaften auszuloten und evtl. Kooperationen zu vereinbaren.

Die beschriebenen Themenbereiche wurden in mehreren Runden intensiv diskutiert , wobei die Situation in den beteiligten Ländern sehr unterschiedlich ist. Dabei wurde deutlich, dass es nicht nur zwischen einzelnen Ländern innerhalb der EU große Unterschiede gibt, sondern dass auch die verschiedenen Provinzen Kanadas sehr unterschiedliche Ausgangsvoraussetzungen haben.

Die Auswertung des Seminars zeigte, dass dieses eine gute Ausgangsbasis für weitere Kooperationen geschaffen hatte und gleichzeitig ein Bedarf für den Austausch besteht. Dies unterstreichen die Empfehlungen, die diesbezüglich in den Arbeitsgruppen erarbeitet wurden:

  • Den Dialog der Entscheidungsträger fortsetzen,
  • Fortsetzung des Austausches von Praktikern in der Jugendarbeit,
  • Entwicklung weiterer Kooperationen und gemeinsamer Projekte (z.B. Organisation eines Experten-Workshops zu den Bereichen "Freiwilligendienste", "Jugendpolitik" oder zur Vorbereitung des Austauschs von Freiwilligen im Rahmen eines Pilotprojekts,
  • Unterstützung des Austauschs von Forschungsergebnissen,
  • Unterstütung für den Austausch von best practice in der Jugendarbeit z.B. durch Seminare und Job-shadowing,

Die EU-Kommission und die Regierung Kanadas werden ihre Zusammenarbeit auf dieser Grundlage fortsetzen und dabei prüfen, ob es über die bestehenden und zukünftigen EU-Bildungsprogramme Möglichkeiten für eine Realisierung der Kooperation im Jugendbereich gibt.