16.11.2004Soziale Integration

EU-Minister streben eine bessere Zusammenarbeit in der Frage der Integration ausländischer Mitbürger an

Auf Einladung der niederländischen EU-Präsidentschaft fand vom 9. bis 11. November eine Konferenz der für Integration zuständigen EU-Minister statt. Das Treffen bekam vor dem Hintergrund der Ereignisse im Zusammenhang mit der Ermordung des Filmemachers Theo van Gogh eine erschreckende Brisanz.

via EU-Präsidentschaft http://www.eu2004.nl

Die für die Integration ausländischer Mitbürger zuständigen Minister trafen sich vom 9. bis zum 11. November im niederländischen Groningen. Auf der Tagesordnung standen die

Herausforderungen, die auf unterschiedlichen Ebenen an die Integration ausländischer Mitbürger gestellt werden. Die mit der Konferenz in dieser Frage begonnene Koordinierung der EU-Mitgliedsstaaten soll den Integrationsbelangen zu größerem Erfolg verhelfen.

Die Konferenz verfolgte drei primäre Ziele:

  • Einerseits setzte sie ein gewichtiges politisches Signal, indem sie betonte, dass eine erfolgreiche Integration ausländischer Mitbürger von entscheidender Bedeutung für das Wachstum, die Stabilität und den Zusammenhalt in den einzelnen EU-Mitgliedsstaaten aber auch für die Europäische Union insgesamt ist.
  • Des Weiteren war die Konferenz ein erster Schritt hin zu einem Erfahrungsaustausch auf dem Gebiet der Integration. Die Minister erkannten, dass die Integration von Immigranten und deren Nachkommen die Mitgliedsstaaten der EU vor Probleme stellt. Der Erfahrungsaustausch innerhalb der EU soll negativen Auswirkungen auf Chancengleichheit und sozialen Zusammenhang entgegenwirken.
  • Der Austausch von best-practice-Projekten soll den Prozess in Gang setzen, der gemeinsam entwickelten Europäischen Vision eine praktische Bedeutung zu geben. Die gemeinsame Europäische Vision ist verkörpert in den Common Basic Principles on integration, ausgearbeitet während des EU-Rates Thessaloniki im Juli 2003.
Im Verlauf der Konferenz legten die Minister auch einen Schwerpunkt auf die Integration Jugendlicher mit Migrationshintergrund.

Obwohl viele Jugendliche mit Migrationshintergrund in den Gesellschaften der EU-Mitgliedsstaaten gut integriert sind, gibt es doch eine wachsende Anzahl von Jugendlichen, die sich der Gesellschaft ihres Gastlandes fremd fühlen. Dies führt zu Entfremdung und sozialen Spannungen.

Die Minister betonten die Notwendigkeit von differenzierten Integrationsmaßnahmen. Die Maßnahmen für Jugendliche mit Migrationshintergrund müssen beispielsweise in solche Maßnahmen eingebettet werden, die Chancengleichheit in Ausbildung und Beruf fördern.

Von den Eltern kann und soll erwartet werden, dass sie den Lern- und Ausbildungsprozess ihrer Kinder fördern und deren soziale Integration unterstützen. Dazu gehört auch eine Auseinandersetzung mit den Verpflichtungen einer Staatsbürgerschaft und den fundamentalen freiheitlichen Grundrechten. Eltern wie auch kommunale und regionale Strukturen und die Gesellschaft als Ganzes müssen aktiv teilhaben an der positiven Entwicklung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund.

Dabei können Fachkräfte der Jugendarbeit als gute MentorInnen agieren. Voraussetzung ist, dass sie Jugendlichen Auskunft über Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten geben und in der Lage sind, eine kulturelle Brücke zu schlagen vom Heimatland der Jugendlichen zu ihrer neuen Umgebung. Diese individuellen Leistungen müssen durch aktive strukturelle Initiativen vor Ort unterstützt werden.