EU macht mobil: Kommission startet öffentliche Konsultation zu Mobilitätsmöglichkeiten für junge Menschen

Die Europäische Kommission hat ein Grünbuch mit dem Titel "Die Mobilität junger Menschen zu Lernzwecken fördern" herausgegeben. Sie startet damit eine öffentliche Konsultation bis zum 15. Dezember 2009.

via Europäische Kommission

In den vergangenen Jahren gab es unter Expertinnen und Experten sowie auf politischer Ebene eine Vielzahl von Diskussionen und Überlegungen zu den Vorteilen der Mobilität zu Lernzwecken. Die Kommission ist der Ansicht, dass der Zeitpunkt für eine breite öffentliche Debatte über diese Frage gekommen ist. Damit erfüllt sie auch die Forderung des Bildungsministerrates vom November 2008, der die Mitgliedstaaten und die Kommission dazu aufforderte, das Konzept der Mobilität – für die verschiedenen Lernkontexte wie Schule, Studium, Ausbildung, Praktikum oder im Rahmen von Freiwilligendiensten – für alle jungen Menschen weiterzuentwickeln (siehe NEWS). Auch der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) hatte konkrete Maßnahmen statt einer "Daueranalyse" gefordert (siehe NEWS).

Im Jahr 2006 konnten rund 310.000 junge Menschen im Rahmen europäischer Programme von Mobilitätsmaßnahmen profitieren: Dies sind jedoch nur 0,3 % der Altersgruppe der 16- bis 29-Jährigen in der EU. In diesem Bereich muss eindeutig mehr unternommen werden, so die Kommission. Der für allgemeine und berufliche Bildung, Kultur und Jugend zuständige EU-Kommissar Ján Figel’ erklärte bei der Vorstellung des Grünbuchs: "Wir müssen die Mobilität fördern, damit ein Auslandsaufenthalt zur Regel wird und nicht die Ausnahme bleibt. Für die Stärke und Nachhaltigkeit des wirtschaftlichen Aufschwungs in der EU ist dies ebenso wichtig wie für den sozialen Zusammenhalt der europäischen Gesellschaften im 21. Jahrhundert."

Das Grünbuch "Die Mobilität junger Menschen zu Lernzwecken fördern" ist breit angelegt. Im Mittelpunkt steht die Situation aller jungen Menschen in den verschiedenen Lernkontexten: in Bachelor- und Masterstudiengängen, Promotionsstudien, Praktika, Ausbildungen, im Jugendaustausch, in Freiwilligenarbeit oder beruflicher Bildung, innerhalb und außerhalb der Europäischen Union. Es schätzt die Mobilität zu Lernzwecken für alle Fachrichtungen und Bereiche als relevant ein, wie z. B. Kultur, Wissenschaft, Technologie, Kunst, Sport oder auch junge Unternehmer.

Das Grünbuch lädt zur Untersuchung der Frage ein, wie die bestehenden und neuen Instrumente zur Förderung der Mobilität junger Menschen stärker aktiviert und wie die verschiedenen Behördenebenen (europäisch, national, regional und lokal) zusammen mit anderen Stakeholdern (Unternehmen, Zivilgesellschaft, Privatpersonen) mobilisiert werden können. Zu Letzterem zählt u.a. der Vorschlag, auf der Grundlage der Comenius-Regio-Initiative und der Mobilitätskomponenten des Programms JUGEND IN AKTION die Interaktion mit anderen Akteuren aus dem Bereich der nichtformalen Bildung zu erhöhen. Außerdem werden das Programm JUGEND IN AKTION, das Programm für Lebenslanges Lernen sowie "Erasmus Mundus" als Programme genannt, die "eine zielgerichtete Unterstützung für Menschen mit besonderen Bedürfnissen" vorsehen. Ansonsten beziehen sich die Fragen der Kommission recht eindeutig auf die Erhöhung von Mobilität zu letztendlich beruflichen Zwecken:

  • Wie können wir mehr junge Menschen dazu bewegen, für den Erwerb von Kenntnissen, Fähigkeiten und Erfahrungen ins Ausland zu gehen?
  • Welche Hindernisse müssen wir beseitigen, die der Mobilität entgegenstehen?
  • Wie können alle Stakeholder, d. h. die Kommission, die Mitgliedstaaten, die Regionen, Einrichtungen der allgemeinen und beruflichen Bildung und Nichtregierungsorganisationen, ihre Kräfte für eine neue Partnerschaft für die Mobilität zu Lernzwecken bündeln?
Die Kommission startet die öffentliche Konsultation bis zum 15. Dezember 2009. Auf der Grundlage des Feedbacks wird die Kommission einen Vorschlag zu praxisorientierten Folgemaßnahmen erarbeiten. Sie fordert daher alle Interessierten auf, zu den in diesem Grünbuch aufgeworfenen Fragen Stellung zu nehmen und ihren Beitrag per E-Mail an zu schicken oder per Post an:

Grünbuch

GD EAC/B3

MADO 11/14

Europäische Kommission

1049 Brüssel

Belgien

Ab dem 15. Juli ist im Internet auch ein Multiple-Choice-Fragebogen zu finden unter: ec.europa.eu/dgs/education_culture/consult/index_en.html

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