08.08.2017Nicht formale Bildung

EU-Kommission veröffentlicht Handbuch zur Qualitätsentwicklung in der Jugendarbeit

Mit dem jetzt veröffentlichten Handbuch „Improving Youth Work – your guide to quality development“ will die EU-Kommission Anregungen für eine systematische Qualitätsentwicklung in der Jugendarbeit geben. Sie hatte Praktiker und Praktikerinnen mit der Erarbeitung dieses Handbuches beauftragt.

Das Dokument bietet eine detaillierte „Schritt-für-Schritt-Anleitung“, die erklärt wie man ein System für Qualitätsentwicklung erstellt und mit diesem arbeitet. Die Anleitung ist gut zugänglich strukturiert, mit vielen Beispielen versehen und in einer klaren Sprache formuliert. Es werden kaum Fachbegriffe verwendet.

Ausgangspunkt des Handbuches ist für die Autoren und Autorinnen die Tatsache, dass die Praxis der Jugendarbeit vielschichtig und divers ist. So gibt es hier auch keine eine Antwort auf die Frage, was gute Jugendarbeit ist. Es wird aber davon aus, dass es ein gemeinsames Grundverständnis darüber gibt, dass eine zentrale Aufgabe aller in der Jugendarbeit Tätigen darin besteht, sich immer wieder weiter zu entwickeln, um den rapiden gesellschaftlichen Veränderungen und den Bedürfnissen junger Menschen gerecht zu werden. Eine kontinuierliche und systematische Qualitätsentwicklung ist nach Meinung der Autoren ein zentrales Mittel, diese gemeinsame Aufgabe in unterschiedlichen Kontexten gut erfüllen zu können.

Sie vergleichen den Einstieg in eine gemeinsame Qualitätsentwicklung mit einer Wanderung in einen unbekannten Wald. Es brauche eine Karte, aber auch jemanden der diese Karte lesen kann und helfe, den richtigen Weg zu finden, um nicht in die Irre bzw. in einen Sumpf zu geraten. Inhalte und Hinweise des Handbuchs sind für alle Gruppen und Personen gedacht, die in den Prozess der Qualitätsentwicklung mit einbezogen werden müssen: von Jugendlichen und von Fachkräften sowie JugendbetreuerInnen bis hin zu für den Jugendbereich Zuständigen in der öffentlichen Verwaltung und Politik. Gerade die Zusammenarbeit und Einbeziehung aller Beteiligten ist für die Verfasser das A und O. Es gilt die verschiedenen Erwartungen, Erfahrungen und Vorstellungen einzubringen, um ein gemeinsames Verständnis von Ausgangspunkt, Ansprüchen und Zielen zu entwickeln. Die Tipps und Vorschläge des 124 Seiten umfassenden Handbuchs sind unterschiedlich anwendbar. Sie sind nutzbar für den Aufbau eines umfassenden Systems der Qualitätsentwicklung, aber auch für einzelne Bausteine; so beispielsweise als Check-Liste für Bereiche oder einzelne Aspekte der Jugendarbeit, die neu entwickelt werden sollen oder für die Weiterentwicklung solcher, die verbessert werden sollten. Die Struktur des Handbuches folgt den vier Prozessphasen: Vorbereitung des Entwicklungsprozesses, Erarbeitung einer gemeinsamen Arbeitsgrundlage, Entwicklung von Indikatoren und Werkzeugen und die Umsetzung.

Das Dokument ist ein weiteres Ergebnis der gemeinsamen Arbeit der Mitgliedstaaten und der EU-Kommission im Bereich Jugendarbeit. Die, durch den EU-Arbeitsplan für die Jugend eingesetzte, europäische Expertengruppe zum Thema „Qualitätssysteme der EU-Mitgliedstaaten für die Jugendarbeit“ hatte in 2015 einen Überblick über den Status Quo in der EU vorgelegt. Dort wurde eine Arbeitsdefinition für Jugendarbeit und Kernprinzipien einer erfolgreichen Jugendarbeit beschrieben und ein Handbuch mit Tipps empfohlen.

Dokumente:

European Commission, IMPROVING YOUTH WORK - Your guide to quality development, 2017

Europäische Kommisson, Verbesserung der Jugendarbeit, Ihr Leitfaden zur Qualitätsentwicklung - Kurzzusammenfassung

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