EU-Jugendstrategie in der Umsetzung: Multilaterale Kooperationen in fünf Themenbereichen

Die Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland setzt auf eine intensive internationale Zusammenarbeit. Das BMFSFJ hat auf dieser Grundlage und im Rahmen seiner "Eckpunkte Internationale Jugendpolitik" fünf multilaterale Kooperationsprojekte in den vereinbarten Schwerpunkten angestoßen.

Die beiden grundsätzlichen Ziele der Jugendstrategie wurden Ende 2009 vom Rat der EU festgelegt. In der „ENTSCHLIESSUNG DES RATES über einen erneuerten Rahmen für die europäische Zusammenarbeit im Jugendbereich (2010-2018)“ vom 27. November 2009, kürzer „EU-Jugendstrategie“ genannt, benannten die Mitgliedstaaten zwei wesentliche Ziele bis 2018:

_ Die Schaffung von mehr Möglichkeiten und mehr Chancengleichheit für alle jungen Menschen im Bildungswesen und auf dem Arbeitsmarkt und die

_ Förderung des gesellschaftlichen Engagements, der sozialen Eingliederung und der Solidarität aller jungen Menschen.

Was nun die Umsetzung in Deutschland angeht, hatten Bund und Länder sich anschließend auf drei Prioritäten verständigt:

_ Übergänge Schule/Ausbildung in Beruf
Hier wird der Fokus auf die Kinder- und Jugendhilfe (SGB VIII §13) gelegt; wesentliches Ziel ist die Rückführung von benachteiligten Jugendlichen ins System (siehe auch NEWS);

_ Partizipation
Hier liegt der Fokus auf innovativen Formen (z.B. e-Partizipation) und der Erreichung neuer Zielgruppen, sowie der Stärkung von Demokratie und Partizipation (siehe auch NEWS);

_ Anerkennung des nicht formalen Lernens
mit einem Schwerpunkt auf Jugendarbeit sowie der Darstellung und Sichtbarmachung der in der Jugendarbeit erworbenen Qualifikationen und Kompetenzen.

Zu diesen prioritären Themen soll nun in fünf „Transnationalen Kooperationsprojekten“ die Zusammenarbeit mit europäischen und internationalen Partnerländern gesucht werden.

In einem Peer-Learning-Prozess sollen Ministerien, Expertinnen und Experten und andere Akteure aus den jeweiligen Themenfeldern geeignete und erprobte nationale Strategien und Programme austauschen und sich von der Erfahrung (oder den guten Ideen) der Anderen etwas für die eigene Praxis abschauen. Dabei soll ausdrücklich auch die politische und administrative Ebene mit in den Blick genommen werden: Wo gibt es Hemmnisse, fehlende oder einschränkende Rahmenbedingungen – und wie sind diese anderswo beseitigt worden?

Dieser Transfer von Erfahrungen und Know-how soll in den nächsten zwei Jahren vor allem durch gemeinsame Peer-Learning-Seminare, Studienbesuche und Treffen von Expertinnen und Experten gestaltet werden. Die Anbindung an die Akteure und Praktiker/innen aus dem eigenen Land soll über begleitende Werkstattgespräche und offene internationale Fachkonferenzen erfolgen. Auch die direkte Einbindung der Perspektive von Jugendlichen ist geplant; voraussichtlich wird hier das Instrument des „Strukturierten Dialogs“ genutzt werden.

Drei multilaterale Kooperationsprojekte werden von JUGEND für Europa koordiniert: 

_ Grenzüberschreitende Europäische Freiwilligeninitiative (zur Schaffung von mehr Möglichkeiten für Jugendliche, einen grenzüberschreitenden Freiwilligendienst zu machen);

_ Partizipation junger Menschen im demokratischen Europa (zum Austausch über Partizipationsformen, -orte und-möglichkeiten für alle Jugendlichen und der Stärkung der Demokratie);

_ Eigenständige Jugendpolitik (zur gemeinsamen Weiterentwicklung von Konzepten der Jugendpolitik und Erarbeitung von politischen Empfehlungen für Jugendpolitik für die Ebene der Mitgliedstaaten und die jugendpolitische Zusammenarbeit in Europa).

Zwei Projekte liegen in der Federführung von IJAB:

_ „youthpart“ (Ein Projekt zum Austausch und Schaffung neuer Partizipationsmöglichkeiten durch e-Partizipation, mehr dazu finden Sie auf den Internet-Seiten von IJAB)

_ Gelingende Übergänge in Ausbildung und Arbeit (zur Weiterentwicklung der bestehenden Praxis des Übergangmanagements durch internationale und europäische Erfahrungen).

Die Ergebnisse und Zwischenergebnisse der Projekte werden natürlich laufend auf www.jugendpolitikineuropa.de und www.fachkraefteportal.de veröffentlicht.

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