EU-Jugendrat setzt auch zukünftig auf die europäische Kooperation im Jugendbereich

Der Jugendministerrat der EU hat sich in seiner Sitzung am 22. Mai 2017 in Brüssel erstmals zur Vorbereitung der jugendpolitischen Zusammenarbeit für die Zeit ab 2019 geäußert.

Er beauftragte die kommende EU-Triopräsidentschaft, die für die nächsten 18 Monate durch Estland, Bulgarien und Österreich verantwortet wird, sich aktiv in die Erarbeitung eines Vorschlages für eine zukünftige EU-Jugendstrategie einzubringen. In dem im Rat verabschiedeten Text der Schlussfolgerungen geben die Jugendministerinnen und Jugendminister der EU-Staaten den kommenden Verhandlungsführern erste Überlegungen und Grundsätze mit auf den Weg.

Ausgangspunkt für das jugendpolitische Handeln der EU ist für den Rat in erster Linie die Vermittlung der Werte der Europäischen Union und die Stärkung der europäischen Identität junger Menschen. Das bedeutet für Jugendpolitik in der EU, dass sie die Verantwortung dafür übernehmen soll, das Vertrauen der Jugend in das europäische Projekt und ihre politische Teilhabe zu fördern. Als Themen werden in diesem ehrenamtliches Engagements und  grenzüberschreitende Lernmobilität junger Menschen in Europa genannt. Dies jungen Menschen zu ermöglichen wird voraussichtlich weiterhin eine wichtige Rolle in der jugendpolitischen Zusammenarbeit der EU spielen.

Die Jugendarbeit und das nicht-formale und informelle Lernen sollen weiterhin die wichtigsten Handlungsfelder in der europäischen Kooperation ausmachen. Nach Auffassung des Rates sollten diejenigen Handlungsbereiche Schwerpunkt sein, die in eigener Verantwortung und Zuständigkeit von Jugendministerien liegen. Was dies für konkrete Themen bedeutet, darüber geben die Schlussfolgerungen noch keine Auskunft. Trotzdem soll das in der aktuellen EU-Jugendstrategie begonnene sektorübergreifende Arbeiten insbesondere auf der europäischen Ebene weiter entwickelt werden. So werden dann auch sektorübergreifend, flexibel, reaktionsfähig und transparent als wichtigste Eigenschaften beschrieben, die der Rat der neuen Politik zuschreiben möchte. Eine zukünftige EU-Jugendstrategie müsse die schnell ändernde politische, soziale, kulturelle und wirtschaftliche Situation berücksichtigen.

Den jungen Menschen als Ganzes in den Blick nehmen, auch das haben sich die für Jugend zuständigen Minister und Ministerinnen vorgenommen. Die jugendpolitischen Themen – welche es dann auch immer konkret sein werden – sollen sich daran orientieren, „welche Kompetenzen (Kenntnisse, Fähigkeiten und Einstellungen) und Werte junge Menschen für ein erfülltes persönliches, soziales und berufliches Leben benötigen“. Ein besonderes Augenmerk sollen dabei junge Menschen mit eingeschränkten Möglichkeiten erhalten, um diese besser als bisher erreichen und einbinden zu können.

Die Digitalisierung ist für den Rat ebenfalls als wichtiges Zukunftsthema. Das Interesse der Mitgliedstaaten ist insbesondere, das Potential von Internet und sozialen Medien für die Förderung von Solidarität, Partizipation und aktiver Bürgerschaft aber auch für die Bekämpfung von Radikalisierung und Ausgrenzung zu nutzen.    

In ihren Schlussfolgerungen verabreden die EU-Staaten ebenfalls, - jeder vor dem Hintergrund eigener Verfasstheit – die Meinungen junger Menschen, von Fachkräften und Trägern als auch politischen Entscheidern in der Vorbereitungsphase einzuholen. Damit soll für die Zukunft möglichst ein breiter Konsens zu den Zielen der jugendpolitischen Zusammenarbeit erreicht werden.

Nach Auffassung des Jugendrates bedarf es der Überprüfung der aktuellen Arbeitsmittel der bisherigen jugendpolitischen Zusammenarbeit, um sich auf zukünftige, vielleicht effektivere Formen der Kooperation festlegen zu können. Was den Strukturierten Dialog (SD) angeht, so wünscht sich der Rat einen „innovativen, aussagekräftigen und gezielten konstruktiven Dialog“ mit jungen Menschen aus Jugendorganisationen und mit jungen Menschen, die nicht so leicht erreicht werden können. Das würde auf jeden Fall eine Veränderung und eine Verbesserung des europäischen Partizipationsinstruments benötigen.

Um die Jugend an der Entwicklung der EU-Jugendstrategie effektiv beteiligen zu können, wurde der ebenfalls jetzt neu beginnenden Arbeitszyklus des Strukturierten Dialogs auf die Frage ausgerichtet, was junge Menschen von der EU erwarten. Unter dem Motto "Jugend in Europa: Wie geht es weiter?" wollen die Entscheidungsträger die Meinungen, Ideen, Vorstellungen und Erwartungen junger Menschen zur Zukunft der EU und der jugendpolitischen Zusammenarbeit einholen und – so angekündigt - bei der Entscheidungsfindung einbeziehen.

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