EU-Jugendkonferenz 2013: Vorschläge zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit und der sozialen Ausgrenzung

Die am 12. September beendete Jugendkonferenz der EU wurde mit der Verabschiedung gemeinsamer Schlussfolgerungen gekrönt. Über 250 Jugendvertreter aus der ganzen EU sowie die für Jugend zuständigen Generaldirektoren aus den Mitgliedsländern haben konkrete Vorschläge zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit und der sozialen Ausgrenzung Jugendlicher gemacht.

Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen machten Vorschläge, die das Bildungssystem an die Bedürfnisse der Jugend und des Arbeitsmarktes besser anpassen, Jugendliche effektiver informieren und ihnen bei Veränderungen besser helfen, den Übergang von der Bildung zur Arbeit zu erleichtern. Sie betonten außerdem, dass es nötig sei, den Arbeitsmarkt an junge Menschen besser anzupassen.

Die Jugendvertreter schlagen den EU-Institutionen vor, ein obligatorisches System einzuführen, das eine ausreichende und breit angelegte Finanzierung von Praktika in der Europäischen Union gewährleistet. Die EU-Länder müssten Steuererleichterungen anbieten oder die Arbeitgeber auf eine ähnliche Art und Weise ermutigen, Praktikumsplätze anzubieten.

Als Initiative für Garantien für die Jugend sollten die EU-Länder entweder nationale Koordinierungsorganisationen gründen oder solche bereits bestehende Organisationen stärken, indem auch die Vertreter und Vertreterinnen des Jugendsektors und andere soziale Partner in diesen Prozess eingebunden werden.

Eine weitere Schlussfolgerung der Konferenz ist Mahnung an die EU-Länder, endlich nationale Politiken zu entwickeln und umzusetzen, damit junge Menschen ein Recht auf eine erschwingliche und passende Wohnung haben und die für sie richtigen Bedingungen für ein selbständiges Leben geschaffen werden.

Der Präsident des europäischen Jugendforums Peter Matjašič sagt, die Botschaft sei klar: „Junge Menschen brauchen einen gerechteren und ehrlicheren Arbeitsmarkt und mehr langfristige und stabile Jobs. Die soziale Integration der jungen Menschen ist untrennbar mit dem Recht auf einen würdevollen und ehrenvollen Job verbunden, auf dem Arbeitsmarkt müssen sie wie alle anderen auch behandelt werden. Die EU und die Mitgliedstaaten müssen sich noch mehr dafür einsetzen, dass junge Menschen auf der Arbeit weniger verletzbar sind und eine qualitative Beschäftigung genießen können. Man muss jetzt handeln! Die Zeit ist gekommen, die Arbeitsverhältnisse zu regulieren und der Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt keinen Raum zu lassen ...".

Die Ratsvorsitzende der litauischen Jugendorganisationen Loreta Senkutė teilte mit, dass die Teilnehmer sich in zwei Konferenztagen darauf einigen konnten, welche wichtigsten Maßnahmen im Bereich sozialer Integration unbedingt umgesetzt werden müssten. Man dürfe vor allem nicht vergessen, was während der Konferenz betont wurde: Effiziente Überwachungsmechanismen müssten entwickelt werden, damit die verabschiedeten Schlussfolgerungen bezüglich der Jugendpolitik in ganz Europa umgesetzt würden.

Die EU-Jugendkonferenz wird von der jeweiligen EU-Ratspräsidentschaft organisiert, sie spielt im strukturierten Dialog zwischen der EU und der Jugend die zentrale Rolle. Dieses Jahr stand die Priorität der litauischen EU-Ratspräsidentschaft im Bereich Jugendpolitik - die soziale Integration der Jugend - im Mittelpunkt. Der besondere Schwerpunkt ist die Integration der jungen Menschen, die keine Arbeit haben, keine Ausbildung anstreben und an keinen Schulungen teilnehmen (NEETs).

Die Ergebnisse der Jugendkonferenz werden zu den Ratsschlussfolgerungen beitragen, die in der Arbeitsgruppe des EU-Rates für Jugend ausgearbeitet werden und zur Stärkung der sozialen Integration der jungen Menschen, die keine Arbeit haben, keine Ausbildung anstreben und an keinen Schulungen teilnehmen dienen sollen. Diese Ratsschlussfolgerungen werden die für Jugendpolitik zuständigen Minister der EU-Länder hoffentlich im November 2013 annehmen.

Die Schlussfolgerungen werden darüber hinaus ihren Beitrag bei der Ausarbeitung des Resolutionsentwurfes bezüglich des strukturierten Dialoges mit der Jugend über die soziale Integration leisten, der während der griechischen EU-Ratspräsidentschaft verabschiedet werden soll.

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