ESF trägt seit 2007 zum lebenslangen Lernen bei

Eine neue Studie weist auf die bedeutende Rolle hin, die der ESF in der EU im Hinblick auf die Finanzierung lebenslangen Lernens spielt.

Die von der Europäische Kommission initiierte Studie untersucht die Auswirkungen der vom ESF implementierten Maßnahmen auf die Zielgruppen Jugendliche und junge Erwachsene (bis 24 Jahre), auf geringqualifizierte Personen sowie auf ältere ArbeitnehmerInnen (ab 55 Jahre). Analysiert wurden die Programmzeiträume 2000-2006 und 2007-2013.

Anhand der Evaluierung wird deutlich, dass das Ziel des Programms, die Beschäftigungsaussichten der Einzelnen zu verbessern, in allen drei Zielgruppen erreicht werden konnte.

Größter Nutzen für die Zielgruppe Jugendliche und junge Erwachsene

Der Schwerpunkt der Studie lag auf jenen ESF-TeilnehmerInnen, die aktiv einer Beschäftigung nachgingen oder aktiv nach einer Arbeitsstelle suchten. In den meisten Mitgliedsstaaten wurden hierbei nochmas Jugendliche und jungen Erwachsene priorisiert. Diese Gruppe profitierte besonders durch Erfahrungen, die sie in einer simulierten Arbeitswelt machten. Sie gewannen höheres Selbstvertrauen und traten anschließend vermehrt in Beschäftigungsverhältnisse ein. Bei der Gruppe der Geringqualifizierten wurde festgestellt, dass Umschulungen den Erwerb neuer Kompetenzen ermöglichten. Aufgrunddessen erlangten die TeilnehmerInnen Arbeitsplatzsicherheit und eine generell höhere Qualität der Arbeit.

Sorgenkind ältere ArbeitnehmerInnen

Ältere ArbeitnehmerInnen konnten in den vergangenen Programmzeiträumen - im Vergleich zu den Jungen und Geringqualifizierten - tendenziell schwerer erreicht werden.  Die Europäische Kommission führt dies unter anderem auf den ehestmöglichen Austritt aus dem Arbeitsleben zurück. Die Situation älterer ArbeitnehmerInnen ist gekennzeichnet durch teilweise veraltete Kompetenzen und Qualifikationen. Der Studie zur Folge konnten TeilnehmerInnen großen Nutzen aus den LLL-Maßnahmen ziehen, in dem sie sich zeitgemäße sowie neue Kompetenzen aneigneten. Außerdem wurde auch bei dieser Zielgruppe eine anschließend erhöhte Arbeitsplatzsicherheit festgestellt. Des Weiteren zeichnet sich in der Evaluation die Ungleichheit der Geschlechter ab. So befanden sich unter den TeilnehmerInnen signifikant mehr ältere Männer als ältere Frauen.

LLL quo vadis?

Der nächste Programmzeitraum wird von der Wirtschaftskrise und dem einhergehenden Abbau von Arbeitsplätzen bestimmt werden, meint die Kommission. Hinzu kommt, dass zunehmend auch die Positionen gut qualifizierter ArbeitnehmerInnen gefährdet sind. Diese Arbeitsplätze zu erhalten und Arbeitslose aus den verschiedenen Zielgruppen zurück auf den Arbeitsmarkt zu bringen, wird die Kernaufgabe der Arbeitsmarktpolitik der einzelnen EU-Mitgliedsstaaten werden. Dabei wird auch der ESF als unterstützende Kraft gefragt sein, wenn es darum geht, neue Arbeitsplätze zu schaffen, schreibt die Europäische Kommission in ihrer Mitteilung.

Priorisierung der Gruppe älterer Erwerbstätiger

Aufgrund der Anhebung des gesetzlichen Pensionsalters und der demographischen Entwicklung wird künftig die Gruppe älterer Arbeitnehmer als Zielgruppe Lebenslangen Lernens deutlich wachsen. Dem gilt es Rechnung zu tragen und diese Gruppe nicht mehr, wie bisher, zugunsten der Gruppe Jugendlicher und junger Erwachsener zu vernachlässigen. Des Weiteren wird in der Studie ersichtlich, dass Beschäftigung nicht das Maß der Dinge in Bezug auf den Erfolg Lebenslangen Lernens ist. Vielmehr sieht die Kommission auch Kompetenzerwerb und Bildung als Erfolge an.

Reichweite und Wirkung von LLL verbessern

Die Europäische Kommission empfiehlt für den nächsten Progammzeitraum 2014-2020  die Definitionen der drei Zielgruppen einerseits sowie die LLL-Strategien durch Leitlinien in den einzelnen Mitgliedsstaaten andererseits zu vereinheitlichen. Wichtig ist allen voran eine kontinuierliche Unterstützung der einzelnen TeilnehmerInnen während des gesamten Programmzeitraums.

Die beschriebene Studie fußt auf Datensätzen des Europäische Sozialfonds, der Arbeitskräfteerhebbung der EU, Berichten und Evaluierungen der ESF-Förderung sowie Fallstudien in Österreich, Italien, Litauen, Niederlande, Polen, Spanien, Schweden und Großbritannien.

(Quelle: Der Artikel wurde zuerst veröffentlicht auf www.erwachsenenbildung.at. Mit freundlicher Genehmigung durch Institut EDUCON, Graz. Autorin: Katharina Velik)

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