Es soll so bleiben, wie es ist: Konsultation zum Programm „Lebenslanges Lernen“ beendet

Eigentlich sind die Stakeholder ganz zufrieden: Verbesserungsvorschläge gibt es vor allem im Kleinen. Ob das die Kommission von ihren Plänen abhält? 

Neben der Online-Konsultation, die vom 19. September bis zum 30. November 2010 geöffnet war, gab es bis April 2011 die Gelegenheit, im Rahmen zahlreicher Konferenzen, Seminare und Gespräche sowie anhand schriftlicher Stellungnahmen seine Meinung zu Gegenwart und Zukunft des EU-Programms „Lebenslanges Lernen“ zu äußern. Die Konsultationen verliefen parallel zu denen der Programme JUGEND IN AKTION und Erasmus Mundus, um Anhaltspunkte für eine gemeinsame Konzeption dieser Programme zu erhalten und eventuelle Umstrukturierungen auch zwischen den Programmen berücksichtigen zu können.

Das scheint die antwortenden 1.390 Stakeholder - 874 Personen und 516 Organisationen oder Behörden - jedoch nicht so richtig umgetrieben zu haben. Vor allem die Stellungnahmen und Positionspapiere betonten, dass das Programm in seinen Grundzügen so bleiben sollte, wie es ist. Es sollte also als integriertes Programm weiterhin das ganze Spektrum „lebenslangen Lernens“ umfassen, jeder Sektor sollte aber auch künftig sein eigenes, separates Programm haben, das den jeweiligen Bedürfnissen entspricht. Vielleicht sollte es eine Kooperation geben mit den Programmen Erasmus Mundus und Tempus. Und es sollten auch mehr transversale, horizontale, vor allem experimentelle, Aktivitäten möglich sein, mit denen Aktionen aus einzelnen Bildungsbereichen verbunden werden könnten. Allerdings machen auch einige Akteure geltend, dass es schon jetzt schwierig sei, die Bedingungen der vorhandenen transversalen Aktionen zu erfüllen undmindestens zwei verschiedenen Sektoren in einem Projekt zusammenfassen zu müssen

Vor allem für GRUNDTVIG scheinen sich die Stakeholder ins Zeug gelegt zu haben. Auf jeden Fall solle dies ein eigenständiges Programm bleiben, das sei das notwenige Signal für die Relevanz und Anerkennung nicht-formaler Erwachsenenbildung. Formale Lerngelegenheiten allein reichten nicht aus, die Schlüsselkompetenzen der Bürgerinnen und Bürger hinsichtlich ihrer Persönlichkeitsentfaltung und -entwicklung, einer aktiven Bürgerschaft, sozialen Zusammenhalts und Beschäftigung zu fördern.

Ein etwas abenteuerlicher, wenn auch verständlicher Vorschlag ist es in diesem Zusammenhang, nicht GRUNDTVIG einzuschränken, sondern die berufliche Weiterbildung von Erwachsenen aus LEONARDO nach GRUNDTVIG zu transferieren. Und sowohl für GRUNDTVIG als auch für LEONARDO wird eine bessere Finanzausstattung gefordert. 

Die meisten Änderungswünsche aber betreffen die Dinge im Kleinen - Antrags- und Bewilligungsverfahren, die Formulare und die Terminologie. Die zu fördernden Mobilitätsformate sollten besser an die vielen verschiedenen vorhandenen Mobilitätsformen angepasst werden: zwischen kürzeren Aufenthalten im Ausland, die sich Studierende besser leisten können und die auch weniger abschreckend seien, und ganzen akademischen Ausbildungszeiten im Ausland sollte mehr möglich sein. Ein neues Programm sollte auch „extracurriculare Aktivitäten und Freiwilligenaktivitäten“ fördern und Kooperationen mit der Arbeitswelt, Kultur und Zivilgesellschaft unterstützen.

Und um die Erwerbstätigkeit junger Menschen zu fördern, müsse das Programm zu den Zielen der Initiativen „Youth on the Move“ sowie der „Agenda für neue Kompetenzen und neue Beschäftigungsmöglichkeiten“ beitragen.

Und, wie soll es heißen, das neue Programm? „Lebenslanges Lernen - Programm“ sollte es heißen, so die meisten Beiträge. Dann bliebe ja (fast) alles, wie es ist.

Dokumente

Kommentare

    Bislang gibt es zu diesem Beitrag noch keine Kommentare.

    Kommentar hinzufügen

    Wenn Sie sich einloggen, können Sie einen Kommentar verfassen.