"Es muss für alle Programme kompetente AnsprechpartnerInnen geben..."

Ein Interview mit Marie-Therese Sagl, regionale Jugendmanagerin in der Oststeiermark.

Frau Sagl, Sie arbeiten als regionale Jugendmanagerin in der Oststeiermark in Österreich. Was genau sind die zentralen Aktivitäten IhrerAnlaufstelle?

Das Regionale Jugendmanagement

  • vertritt die Interessen und Anliegen der jungen Menschen in der Region.
  • verankert das Thema Jugend im Leitbild der Region.
  • baut regionale Strukturen der Jugendarbeit auf.
  • erhebt Bedarf und Angebote im Bereich der Jugendarbeit und stellt diese zielgruppengerecht dar.
  • gibt Informationen und Beratung über jugendrelevante Themen.
  • vermittelt und vernetzt bei Anliegen von Jugendlichen und jugendrelevanten Akteuren.
  • berät und unterstützt bei Projekten und Veranstaltungen von Jugendlichen und für Jugendliche.
  • informiert laufend über aktuelle Themen, Termine und Veranstaltungen, Projekte und Teilnahmemöglichkeiten, so wie Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten.
  • betreibt Öffentlichkeitsarbeit und Lobbying im Jugendbereich.

Die Vernetzung vor Ort mit regionalen Akteuren der Kinder- und Jugendarbeit ist zentrales Anliegen, weil Kinder- und Jugendarbeit bei Ihnen als Schnittstellenarbeit betrachtet wird. Ist die grenzübergreifende Vernetzung mit Regionen in anderen europäischen Ländern im Jugendbereich wichtig? Worin besteht diese konkret?

Natürlich ist uns die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Jugendbereich wichtig! Das Regionale Jugendmanagement ist ja seit März diesen Jahres im EU-Regionalmanagement Oststeiermark angesiedelt. Wir haben in unserer Organisation zahlreiche internationale Projekte zu unterschiedlichen Themen laufen. Nun wollen wir diese internationalen Kontakte auch für die Jugendarbeit nutzen. Aktuell gibt es vor allem mit unseren Nachbarländern Ungarn und Slowenien eine enge Kooperation: So gab es gegenseitige Studienbesuche, Seminare, Vorträge usw. Ebenso planen wir ein gemeinsames Jugendfußballturnier und seit Kurzem auch ein groß angelegtes Partizipationsprojekt. Letzteres ist übrigens bei der InterREGIO entstanden!

Was ist aus Ihrer Sicht der Mehrwert einer europäischen und grenzübergreifenden Zusammenarbeit für die Jugendarbeit in der Oststeiermark?

Die europäische Zusammenarbeit bietet die Chance, ähnliche Herausforderungen mit verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und voneinander zu lernen. So können mit Hilfe von internationalen KooperationspartnerInnen und dem grenzüberschreitenden Austausch in der Jugendarbeit Wissen und Know-How weitergeben und verbreitet sowie best-practise Beispiele ausgetauscht werden. Wir sehen, dass der grenzüberschreitende Austausch nicht nur ein Weg ist, der es ermöglicht, entsprechende Fördermittel zu lukrieren, sondern auch gemeinsame Synergien zu nutzen. Diese Zusammenarbeit ist eine großartige Möglichkeit voneinander zu lernen und das interkulturelle Verständnis zu stärken.

Was sollte/könnte die EU für die Jugendarbeit bzw. Jugendpolitik in Ihrer Region tun?

Die EU ermöglicht die Umsetzung verschiedener Projekte in unserer Region. Hier gewinnen vor allem die teilnehmenden Burschen und Mädchen. Sie werden dabei mit Hilfe des non-formalen Lernens in ihren Lebenskompetenzen gestärkt und erlangen während eines unvergesslichen Erlebnisses Kulturverständnis und ein Gefühl für Europa. Die EU sollte es den Jugendlichen einfacher und unbürokratischer machen solche Projekte auch selbst zu organisieren und abzuwickeln. Es muss für alle Programme (auch außerhalb von „Jugend in Aktion“) kompetente AnsprechpartnerInnen geben, die bei der Umsetzung von Projekten behilflich sind.

(Das Interview führte Ulrike Wisser - JUGEND für Europa - Servicestelle für die Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland)

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