17.10.2012Erasmus+ (2014 - 2020)

"Erasmus for all" oder "YES – Europe": Doris Pack zur Zukunft der EU-Förderprogramme für Bildung, Jugend und Sport

Das Informationsbüro des Europäischen Parlaments in Deutschland und das Netzwerk "Europäische Bewegung Deutschland" hatten am 04.10.2012 Doris Pack eingeladen, über aktuelle Entwicklungen zu informieren.

Doris Pack MdEP (EVP) ist Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Bildung und Berichterstatterin des Parlaments zur Entwicklung eines Jugend-Nachfolgeprogramms ab 2014. Sie betonte zunächst ihre grundsätzliche Unterstützung für einen gemeinsamen Obertitel und eine Vereinfachung der bisherigen Programme "Lebenslanges Lernen" und JUGEND IN AKTION sowie der von der Kommission vorgeschlagenen programmübergreifenden Aktionstypen:

  • Lernmobilität von Einzelpersonen;
  • Zusammenarbeit zur Förderung von Innovation und bewährten Verfahren;
  • Unterstützung politischer Reformen.

Sie sprach sich jedoch klar gegen deren Zusammenlegung unter dem von der Kommission vorgesehenen Titel "Erasmus for all" - unter Wegfall der bisherigen Programmnamen (Comenius, Leonardo, Erasmus, Grundtvig, JUGEND IN AKTION) - aus.

YES – Europe (Youth, Education, Sport)

Nach ihrer Information will das Europäische Parlament den Namen YES – Europe (Youth, Education, Sport) vorschlagen. Unter diesem Programmtitel sollen die einzelnen Programme mit ihren bisherigen Namen inhaltlich erhalten, im Detail stärker ausgeführt und mehr Verbindungen zwischen den Bereichen ermöglicht werden. Damit soll auch die bereits erreichte Sichtbarkeit der verschiedenen Sektoren in Anknüpfung an die bewährte Programmpraxis bis 2013 gewährleistet bleiben. Frau Pack sieht in dieser Hinsicht eine gemeinsame Haltung von Parlament und Rat gegenüber der EU-Kommission.

In Bezug auf ein eigenständiges Jugendkapitel besteht nach Auskunft von Frau Pack zwischen Parlament und Rat inzwischen ebenfalls Einvernehmen. Vorgeschlagen wird eine eigene Budgetlinie für den Jugendbereich. Die Mitglieder des zukünftigen Programmausschusses sollen um Vertreter der Sozialpartner ergänzt werden. Auch soll die Förderung der europäischen Netzwerke erhalten bleiben, die im bisherigen Entwurf nicht erwähnt werden.  Schließlich soll das Jugendkapitel über die EU hinaus auf Osteuropa und den Mittelmeerraum ausgedehnt werden. Über die finanzielle Aufteilung der vorgeschlagenen finanziellen Mittel gibt es noch keine konkreten Vorschläge, hier soll es im Dezember eine Entscheidung geben.

Die Berichtsabstimmung im Ausschuss für Kultur und Bildung und die anschließende Vorlage an das Parlament ist für November 2012 geplant. Am Anfang 2013 soll dann der erste "Trilog" zwischen der Kommission, dem Rat und den Europäischen Parlament stattfinden, zunächst inoffiziell, solange über eine endgültige Finanzausstattung noch keine Klarheit besteht.

(JUGEND für Europa - Servicestelle zur Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland)

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