Ende des Dornröschenschlafs: Bericht über Jugendforschungsprojekte vorgelegt

Die Generaldirektion Forschung hat sich zur Helferin in Sachen "europäische Jugendpolitik" gemacht.

via Europäische Kommission

Als Ján Figel', EU-Kommissar für Jugend, am 27. April 2009 die Vorschläge für eine Erneuerung der jugendpolitischen Zusammenarbeit in der Europäischen Union präsentierte, legte er neben den ersten EU-Jugendbericht auch eine kleine Broschüre "European Research on Youth". Der Bericht entfaltet auf 76 Seiten die Ausbeute des vierten bis siebenten Forschungsrahmenprogramms der EU aus den Jahren 1996 - 2013: Jugendforschungsprojekte, die unter dem Aktionsprogramm der Generaldirektion Forschung, Abteilung Sozial- und Geisteswissenschaften gefördert wurden.

Ausdrücklich als Beitrag zur europäischen Jugendpolitik gedacht, fasst der Bericht Ergebnisse für die Themenbereiche

  • "Wege zwischen Bildung, Arbeit und Gesellschaft",
  • "soziale Kohärenz und Integration"
  • sowie "Citizenship und Partizipation"
zusammen. Mit deutlichem Bezug auf die Schwerpunkte des Weißbuchs Jugend, dem Europäischen Pakt für die Jugend und der ersten Empfehlung des Europäischen Rates zur Jugendpolitik "über die Mobilität junger Freiwilliger innerhalb der Europäischen Union" (2008/C 319/03) untersucht der Autor die Forschungsberichte auf Gemeinsamkeiten und signifikante Erkenntnisse.

Das führt hier und da zu plakativen Sentenzen wie "Es gibt die Notwendigkeit sicherzustellen, dass diejenigen, für die Politik gemacht wird, am politischen Planungsprozess mehr als Subjekte denn als Objekte teilhaben". Aber die Zusammenfassungen zeigen auch, dass sich wissenschaftliche Untersuchungsergebnisse ergänzen und verstärken. So kommen Aussagen zustande wie die, dass Europäische (!) Bürgerschaft dort entsteht, wo Menschen Erfahrungen mit Engagement in ihren nationalen und lokalen Kontexten machen. Oder auch konkrete Erkenntnisse wie die, dass zielgruppenspezifische Methoden, zusätzliche Ressourcen im Klassenraum, mehr Lehrkräfte, eine Ausweitung der Lernzeiten für Studierenden mit Schwierigkeiten und eine Individualisierung des Curriculums Faktoren für akademischen Erfolg sind.

Einige der zitierten Studien sind hinlänglich bekannt, andere hätten ohne diesen Bericht wohl weiterhin einen Dornröschenschlaf gehalten. Mindestens so interessant wie der Bericht ist die Liste der geförderten Projekte inklusive ihrer Webseiten, die im Anhang nachzulesen ist. Und noch interessanter ist die Erkenntnis, dass die Zusammenarbeit der Generaldirektionen für den Jugendbereich brauchbare Ergebnisse bringt.

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