03.04.2011Erasmus+ (2014 - 2020)

Einstampfen? Ohne uns! Akteure der Jugendarbeit fordern den Erhalt von JUGEND IN AKTION

Die Pläne der Kommission, ab 2014 nur noch ein integriertes Bildungsprogramm zu schaffen, das an der Europa 2020-Strategie ausgerichtet ist, schrecken die Akteure der Jugendarbeit auf.

Kaum war die Meldung von den Plänen für ein integriertes Programm durchgesickert, reagierte der Deutsche Bundesjugendring. Wenn die Europäische Kommission das Aktionsprogramm JUGEND IN AKTION „einstampfen“ wolle, setze die EU den Rotstift gerade bei der Jugend an und treibe das Ende von Demokratie- und Beteiligungsprojekten voran. Aus Sicht des DBJR ist es falsch, den Hauptfokus künftig auf die Beschäftigungsfähigkeit von Jugendlichen zu legen. Nicht formale Bildungsprozesse müssten weiter gefördert werden, und zwar für alle jungen Menschen ungeachtet ihres bildungsbezogenen, sozialen und kulturellen Hintergrunds. Deswegen dürfe JUGEND IN AKTION nicht in einem allgemeinem Bildungs-Förderprogramm verschwinden.

Der DBJR fordert, dass auch nach 2014 ein eigenständiges Jugendprogramm auf der Grundlage des bisherigen Programms fortgeführt wird und schließt sich damit ausdrücklich der Position der Bundesregierung an, dass ein künftiges EU-Jugendprogramm eigenständig und auf die spezifischen Belange des EU-Jugendbereichs ausgerichtet sein müsse. Nur so werde auch weiterhin gesellschaftliche Beteiligung und europäischer Bürgersinn als Bestandteil gefördert, bleibe nicht formales und informelles Lernen sichtbar und anerkannt, werde der Strukturierte Dialog mit der Jugend als Bestandteil der EU-Jugendstrategie auch nach 2014 gefördert und gestärkt. Eine eigenständige Jugendpolitik, so der DBJR, trage zur Verbesserung der Lebensbedingungen aller Jugendlichen in Europa bei.

Auch die kirchliche Jugendarbeit ist sich einig

Mit einer gemeinsamen Position hat sich auch die kirchliche Jugendarbeit in Deutschland gegen die Pläne ausgesprochen, ab 2014 ein integriertes Jugendprogramm zu schaffen und fordert den Erhalt des Programms und seiner finanziellen Ausstattung. Das Europabüro für katholische Jugendarbeit und Erwachsenenbildung, die Arbeitsgemeinschaft evangelische Jugend und das Büro der EKD in Brüssel gehen speziell auf den neuen mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) ein, der zurzeit im „Sonderausschuss des Europäischen Parlaments zu den politischen Herausforderungen und den Haushaltsmitteln für eine nachhaltige Europäische Union nach 2013“ vorbereitet wird. Der MFR wird die finanziellen Rahmenbedingungen der neuen Programmgeneration bestimmen. Der endgültige Entwurf des Ausschusses soll im Juni im Parlament verhandelt werden; auf dieser Grundlage sollen in der zweiten Jahreshälfte die Vorschläge der Europäischen Kommission zum Jugendprogramm vorgestellt werden.

Die gemeinsame Position der kirchlichen Organisationen formuliert Änderungsanträge zu mehreren Punkten des Berichtsentwurfs zum neuen mehrjährigen Finanzrahmen „für ein wettbewerbsfähiges, nachhaltiges und inklusives Europa (2010/2211 (INI)“. Der Berichtsentwurf schlägt vor, „dass die Strategie Europa 2020 die politische Bezugsgröße für den nächsten MFR sein sollte“ und sieht eine Haushaltsstruktur vor, in der „Jugend“ unter dem Titel „Unionsbürgerschaft“ zusammen mit einschließlich Kultur, Kommunikation und Freiheit, Sicherheits- und Justizpolitik verortet wird, während Bildung und lebenslanges Lernen unter die Rubrik „Intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum (Europa 2020)“ subsumiert wird.

Zwar, so die kirchlichen Organisationen, sei während der vergangenen zwei Jahre deutlich geworden, „dass die wirtschaftliche und soziale Krise einen starken negativen Einfluss insbesondere auf die Lebensbedingungen junger Menschen hat“. Von daher begrüßen sie, „dass die Europa 2020 Strategie und die Leitinitiative Jugend in Bewegung jungen Menschen einen hohen politischen Stellenwert einräumen“. Dennoch müssten die verschiedenen Besonderheiten der verschiedenen Sektoren beachtet werden. JUGEND IN AKTION sei das „wichtigste Instrument zur Umsetzung des erneuerten Rahmens für die jugendpolitische Zusammenarbeit in Europa“. Es habe sich gezeigt, dass die Charakteristika und die besondere Art der Umsetzung des Programms der Grund für seinen Erfolg sind. „Deshalb ist es notwendig, es als eigenständiges Programm für non-formales und informelles Lernen mit seinen jugendspezifischen Zielen, Formaten und Aktionen, Verfahren und Regelungen zu erhalten.“

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