Eingedampft: Was vom ersten Strukturierten Dialog übrig bleibt

Der Jugendministerrat empfiehlt etliche Verbesserungen für den Strukturierten Dialog 2.0. Und schreibt mal eben die Ergebnisse der ersten Runde neu.

Mit einer Entschließung „über die Bewertung der Auswirkungen des ersten Arbeitszyklus des strukturierten Dialogs über die Jugendbeschäftigung“ endet vorläufig das erste Kapitel des Strukturierten Dialogs. Der Jugendministerrat der EU nahm am 20. Mai eine erste Bewertung vor und machte gleich einen Rundumschlag.

Der Strukturierte Dialog, so heißt es, sei erfolgreich. Man habe ein Forum für ein gemeinsames Nachdenken über jugendpolitische Fragen geschaffen. In Konsultationen, auf allen Ebenen der Mitgliedstaaten, in den EU-Jugendkonferenzen und während der Europäischen Jugendwoche seien Jugendliche, Jugendorganisationen, Ministerien, Nationale Jugendräte und die nationalen Agenturen für das JUGEND IN AKTION-Programm involviert gewesen. Aber der Strukturierte Dialog sollte weiterentwickelt werden, finden die Minister. Während der nächsten 18 Monate müsse es ein politisches Follow-up für die Ergebnisse der ersten Runde geben und den jungen Menschen müsse ein Feedback gegeben werden, was im Anschluss an ihre Empfehlungen unternommen wurde. Es müssten mehr benachteiligte Jugendliche, lokale und regionale Behörden sowie Jugendforscher einbezogen werden und es solle eine breite und transparentere Kommunikation zwischen allen Stakeholders gefördert werden. Finanzielle Unterstützung aus dem EU-Haushalt sei vonnöten und solle im Rahmen der kommenden Programmgeneration festgeschrieben werden. Der Konsultationsprozess müsse realistische und adäquate Zeitrahmen setzen und überhaupt gebe es einiges zu verbessern: es bräuchte, so der Rat, relevante und effizientere Methoden, um die Qualität des Outputs zu erhöhen, einen Austausch guter Praxis zwischen den nationalen Arbeitsgruppen, eine Vereinfachung des Prozesses und der Strukturen, den Einsatz von Social Media, Internet und Online-Konsultationen, eine klarere und präzise Sprache für die Konsultationsfragen und eine Verbesserung der Methoden der EU-Jugendkonferenzen.

Ja, und da waren ja auch noch die Ergebnisse der ersten Runde des Strukturierten Dialogs zur Jugendbeschäftigung. Dafür hat man letztendlich fünf Empfehlungen übrig:

  1. Gefördert werden soll ein leichterer Zugang für alle jungen Menschen, vor allem benachteiligten, zu jugendfreundlichen, qualitätsvollen Informationen über den Arbeitsmarkt; laufbahnbezogene Ausbildung und Beratung müssen in alle Bereiche der formalen und nicht formalen Bildung eingebracht werden, damit die Jugendlichen für die Anforderungen des Arbeitmarkts sensibilisiert werden.
  2. Jugendarbeit und nicht formales Lernen sollten anerkannt und gefördert werden als „Quelle, die junge Menschen mit Fertigkeiten und Kompetenzen ausstattet“, ihnen dadurch den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtert und damit – surprise, surprise – zu den Zielen der Europa 2020-Strategie beiträgt.
  3. Es sei von entscheidender Bedeutung, so der Rat, den Zugang der Jugendlichen zum Arbeitsmarkt durch auf sie zugeschnittene politische Maßnahmen und einen Qualitätsrahmen für Praktika zu verbessern.
  4. Eine verbesserte Flexibilität ebenso wie Sicherheit sei für die jungen Menschen notwendig, um Beschäftigung mit mehr Bildung, Ausbildung, Freiwilligenaktivitäten und Privatleben zu vereinbaren.
  5. Notwendig sei auch ein gleicher Zugang zu Mobilitätsgelegenheiten für alle jungen Menschen, indem administrative Verfahren angeglichen werden an die Europa 2020-Strategie, insbesondere an die Initiative „Youth on the Move“.

Damit wurden die umfangreichen Diskussionen und Empfehlungen, die noch in den Papieren der Jugendkonferenzen des Strukturierten Dialogs zum Ausdruck kommen (siehe NEWS), erheblich eingedampft. Schwerlich zu erkennen, was aus den Überlegungen der Jugendlichen zum ganzheitlichen Ansatz der Jugendarbeit, zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf bzw. Ausbildung, zur Partizipation im Sozialen Dialog, zum Übergang Schule - Beruf oder zu den prekären Arbeitsmarktbedingungen für junge Menschen wird und was aus den konkreten politischen Forderungen.

Man kann nur hoffen, dass die von den Ministerinnen und Ministern geforderten Nachbesserungen zum "SD" auch in diesem Fall angewendet werden. Wie war das? Den jungen Menschen müsse ein Feedback gegeben werden, was im Anschluss an ihre Empfehlungen unternommen wurde....

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