Das Europäische Jugendforum hat sein Positionspapier zur Fortsetzung von JUGEND IN AKTION veröffentlicht. Eigenständig, leistungsfähig und offener soll es sein.
Während wir noch auf die Auswertung der Öffentlichen Konsultation zur Zukunft der neuen Programme warten – die Frist endete am 30. November 2010 – skizziert die nun veröffentlichte Stellungnahme des Europäischen Jugendforums (EJF) ein klares Modell von einem künftigen Jugendprogramm.
Das EJF gibt allen Spekulationen über ein Bildungs-Super-Programm oder gar der Implementierung einer „Youth on the Move“-Initiative als Ersatz für ein Jugendprogramm eine deutliche Abfuhr. „Einmalig“ sei das bisherige Programm und das solle es auch bleiben, so die zentrale Aussage. JUGEND IN AKTION sei das einzige Programm, das die nicht-formale Bildung, Europäische Jugendarbeit und Partizipation fördert und sich an alle jungen Menschen und Jugendorganisationen wendet, gleich, ob diese sich in formalen Bildungsgängen befinden oder nicht. Natürlich habe das laufende Programm Mängel, aber das sei lediglich ein Grund, das neue Programm stringenter, leistungsfähiger und offener zu gestalten.
Drei Aktionsbereiche schlägt das EYF vor:
Darüber hinaus solle es möglich sein, langfristige Arbeitsprogramme zu fördern, die mehrere Aktionsbereiche kombiniert.
Für alles fordert das EJF ein „mehr davon“: Mehr Partizipation bei der Ausgestaltung des Programms, mehr Freiheiten bei der methodischen und inhaltlichen Ausgestaltung der Aktionen und Projekte, mehr Wertschätzung für die in nicht-formalen und informellen Lernzusammenhängen zu erwerbenden Kompetenzen für die Persönlichkeitsbildung und beruflichen Orientierung, mehr Förderung für eine demokratische Partizipation junger Menschen (mehr als die bisherigen Demokratieprojekte), mehr Querschnittszuständigkeit für jugendspezifische Elemente auch in anderen Programmen, vor allem im Europäischen Sozialfonds und im Programm „Lebenslanges Lernen“, eine Ausweitung der Altersspanne für alle Aktionen und eine Ausweitung der einbezogenen Länder weltweit sowie nutzerfreundlichere, niedrig schwelligere, transparentere Antragsverfahren.
Kurz: „YIA 2.0“ müsse das Rahmenwerk sowohl für die Umsetzung der Erneuerten Jugendstrategie wie auch der Initiative „Youth on the Move“ sein und dafür „stärker“ werden, in seiner Form wie in seinen Möglichkeiten, denn: „Rhetorik über Investitionen in die Jugend, die nicht mit den Aktivitäten zusammenpassen, würden das Vertrauen der jungen Menschen in die EU und ihre Institutionen ernsthaft unterminieren“. Dennoch bleibt das Jugendforum ausgerechnet beim Geld eher bescheiden. Es fordert eine Erhöhung auf 1 Mrd. Euro statt der bisher 885 Mio., was angesichts der Forderungen und beim üblichen Verhandlungsprozedere keine hohe Latte darstellt.
Mit diesem Statement des Jugendforums, dessen Lobbystärke nicht zu unterschätzen ist, und zusammen mit dem (wie man hört) wohl eindeutigen Votum der zahlreichen Stakeholders, die sich am Konsultationsverfahren beteiligt haben, kann man erwarten, dass damit der Erhalt der Eigenständigkeit des Jugendprogramms sicher ist.
Übrigens: Noch bis zum 9. Februar läuft die Konsultation zum Thema „Förderung und Anerkennung Non-formaler und informellen Lernens“. Wer noch mitmachen will:
http://ec.europa.eu/dgs/education_culture/consult/learning_en.html
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