Eine jugendpolitische Antwort auf Gewalt geben: Europarat bezieht Stellung

Das Thema "Menschliche Würde und sozialer Zusammenhalt: Jugendpolitik reagiert auf Gewalt" stand in Budapest vom 23.-24. September 2005 im Mittelpunkt. JugendministerInnen aus den Mitgliedsstaaten des Europarates trafen sich zu Gesprächen über praktische Maßnahmen zur Prävention von Gewalt im Alltag.

Auf dem Arbeitsprogramm der Minister stand die Bilanz der Jugendpolitik im Bereich Gewaltprävention. Gewalt im häuslichen Bereich, Gewalt in Städten und Schulen, Gewalt bei Sportereignissen, Gewalt aufgrund der Zugehörigkeit zu einer Rasse oder aufgrund der sexuellen Orientierung sowie Gewalt in den Medien wurde thematisiert. Es wurden Beispiele innovativer Praktiken ausgetauscht und gemeinsame Maßnahmen zur Gewaltprävention erarbeitet.

Die Konferenzteilnehmer betonten die Notwendigkeit, den interkulturellen Dialog zu fördern, um

  • rassistischer Gewalt zu begegnen,
  • das Thema "Gleichstellung der Geschlechter" in Jugendprogramme aufzunehmen,
  • geschlechtsspezifischer Gewalt vorzubeugen,
  • gute Praktiken zu etablieren,
  • Gewalt in Produkten der Massenmedien (und im Internet) zu reduzieren.
Die Minister unterstützten den Vorschlag, 2006-2007 eine europäische Kampagne für mehr Diversität, Menschenrechte und Partizipation zu veranstalten. Diese Kampagne soll sich an die vom Europarat 1995 durchgeführte Jugendkampagne "All different – all equal" anlehnen.

Am Ende der Konferenz wurde eine Entschließung zu den Prioritäten der Europarats-Aktivitäten im Bereich Jugend für 2006-2008 angenommen. Die angeführten Leitlinien dieser Entschließung umfassen die Erziehung zu Menschenrechten und zum interkulturellen Dialog, Beteiligung der Jugend und demokratische Bürgerschaft, sozialer Zusammenhalt und Beteiligung von jungen Menschen sowie die Entwicklung der Jugendpolitik. Daneben soll eine engere Zusammenarbeit zwischen den Jugendministerien und der Zivilgesellschaft gefördert werden.

Außerdem verabschiedeten die Jugendminister eine Abschlusserklärung, in der sie ihre "tiefe Betroffenheit" über alle Formen der Gewalt im Leben von Kindern und Jugendlichen ausdrücken. Das Papier stellt Maßnahmen vor, um alle Formen von Gewalt einzudämmen oder zu verhindern, mit denen Jugendliche - entweder als Opfer oder als Täter – konfrontiert werden. Die Konferenzteilnehmer hoben zudem hervor, wie wichtig es ist, junge Leute an der Ausarbeitung und Umsetzung von Vorbeugestrategien zu beteiligen.

Die Erklärung ist auf den Internet-Seiten des Europarates abrufbar.