29.09.2009Soziale Integration

Eine Herausforderung für die ganze EU: Kommission veröffentlicht Auswertung der öffentlichen Konsultation „Migrantenkinder und Bildung“

Die europäischen Bildungssysteme müssen sich an die durch Zuwanderung verursachten Veränderungen anpassen.

via Europäische Kommission

Die Kommission hat einen Kurzbericht und Antworten auf die öffentliche Konsultation veröffentlicht, die sie im Juli 2008 mit dem Grünbuch „Migration und Mobilität: Chancen und Herausforderungen für die EU-Bildungssysteme“ eingeleitet hat und auf die bis Dezember 2008 geantwortet werden konnte.

Im Grünbuch wurde hervorgehoben, dass der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund in der EU gewachsen ist und dass viele von ihnen bildungsmäßig benachteiligt werden. Aufgezeigt wird im Grünbuch allerdings auch, dass Migration eine Bereicherung der Bildungserfahrung aller bedeuten kann, wenn die sprachliche und kulturelle Vielfalt als wertvolle Ressource der Schulen genutzt wird.

Zur öffentlichen Konsultation gingen 101 Antworten ein, die meisten von Interessenverbänden. Sie machen deutlich, dass sich alle EU-Staaten der Herausforderung gegenüber sehen, ihr Schulsystem an die durch Zuwanderung verursachten Veränderungen anpassen zu müssen. Als besonders wichtig für eine Politik auf europäischer Ebene hoben die Teilnehmer der Konsultation eine bessere Koordinierung von Bildungs- und Sozialpolitik, stärkeres Bemühen um Fairness und Chancengleichheit in der Bildung, Maßnahmen gegen schulische Segregation und gezielte Unterstützung „schwächerer“ Schulen. Die meisten Teilnehmer an der Konsultation waren auch der Auffassung, dass die EU einen wichtigen Beitrag leisten kann, wenn sie die Bemühungen der Mitgliedstaaten um eine gute Politik in diesem Bereich unterstützt und die Diskussion und den Meinungsaustausch zum Thema fördert.

Die in den Beiträgen genannten Lösungsmöglichkeiten konzentrieren sich auf den Spracherwerb, die interkulturelle Erziehung in den Schulen und die Intensivierung und Anpassung der Ausbildung von Lehrkräften. Die Schulen sollten engere Partnerschaften mit den Eltern und Migrantengemeinschaften aufbauen und systematisch zusätzliche Hilfen in Form von Mentoring, Tutoring, Beratung und durch Kulturmittler anbieten. Die Bildungspolitik sollte sich auf breiteren Zugang zur frühkindlichen Bildung und auf die Vermeidung und Bekämpfung schulischer Segregation konzentrieren. Steigende Qualitätsstandards in allen Schulen und gezielte Unterstützung schwächerer Schulen werden ebenfalls als wichtige Lösungsansätze gesehen. Für eine rasche Eingliederung werden gezielte Maßnahmen zugunsten neu angekommener Zuwandererkinder als entscheidend genannt. Außerdem werden einige wichtige Maßnahmen angeführt, die außerhalb der Schule greifen, z. B. informelle Bildung oder Erwachsenenbildung für die Eltern von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund.

Als unmittelbarer Anschluss Veranstaltung zur öffentlichen Konsultation wird die Kommission am 20. Oktober 2009 in Brüssel eine europäische Konferenz organisieren, zu der Vertreter von Mitgliedstaaten, internationalen Organisationen, kommunalen und regionalen Verwaltungen, europäischen und nationalen Verbänden sowie Akteure aus der Praxis zusammenkommen werden. Die Ergebnisse der öffentlichen Konsultation werden im Detail vorgestellt, ebenso die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse über wirksame Verfahren für die Bildung von Migrantenkindern.

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