20.05.2011Soziale Integration

Ein wunder Punkt: Ministerrat beschließt Empfehlungen zur Vermeidung von Schulabbruch

Die EU kommt in Sachen Schulabbruch nicht so recht weiter. Nun gibt es neue Empfehlungen.

Die Reduzierung der Schulabbrecherquote ist zentral für eine auf Bildung setzende Gesellschaft und auch für die Strategie Europa 2020. Bis zum Jahr 2020 soll die Quote EU-weit deswegen von 14,4% im Jahr 2009 auf dann unter 10% gesenkt werden. Jetzt haben die Bildungsministerinnen und -minister der EU auf ihrer Sitzung am 20. Mai 2011 der langen Liste von Dokumenten und Entschließungen einen Empfehlung zur Präventionspolitik zur Bekämpfung des Schulabbruchs von Kindern aus sozioökonomisch benachteiligten Verhältnissen, einschließlich (und damit besonders hervorgehoben) Roma, hinzugefügt.

Sie raten, die Sache systematischer anzugehen. So sollen die Hauptfaktoren für Schulabbruch erforscht werden. Bis Ende 2012 sollen die Mitgliedstaaten dannfortschrittliche Strategien implementiert haben, die in einer Linie mit den Europa 2020-Zielen stehen. Die EU-Kommission soll sie dabei unterstützen, die Entwicklung begleiten und analysieren. Dabei soll sie den Austausch guter Praxis, Vernetzung und Peerlearning fördern. In allen dafür zur Verfügung stehenden EU-Aktivitäten sollen Maßnahmen gegen Schulabbruch integriert und natürlich in der kommenden Programmgeneration entsprechende Finanzen vorgesehen werden. Studien und Forschung sollten in Auftrag gegeben werden, um effektive Politikmaßnahmen zu finden. Außerdem soll über Erfolge und Fortschritte im jährlichen Wachstumsbericht sowie in den Berichten im Rahmen von "ET 2020", der europäischen Bildungsstrategie, Rechenschaft abgelegt werden. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf sozi-ökonomisch benachteiligten Kindern, vor allem auch auf Roma-Kindern.

Zu diesem letzten Punkt hatte es im Ministerrat eine Aussprache gegeben, der eine Vorlage des Generalsekretariats ("Präventionspolitik zur Bekämpfung des Schulabbruchs von Kindern aus sozioökonomisch benachteiligten Verhältnissen, einschließlich Roma-Gemeinschaften") mit einer detaillierten Analyse der spezifischen Situation von Roma-Kindern zugrunde lag.

Die Mehrheit der Roma, die in der EU leben, leiden unter sozialer Ausgrenzung, Diskriminierung, Segregation und bitterer Armut. Viele von ihnen leben in Gebieten, in denen nur begrenzter Zugang zu hochwertigen Dienstleistungen besteht, so auch im Bildungsbereich. Die Anzahl der Roma-Kinder, die in Sonderschulen oder -klassen unterrichtet werden, ist im Durchschnitt deutlich höher als bei Nicht-Roma-Kindern, und Roma-Kinder sind häufiger teilweise oder ganz vom Schulbesuch "freigestellt". Der Rat betonte, dass die wirtschaftliche und soziale Integration der Roma von entscheidender Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Gesellschaften und das Wohlergehen aller Bürger sei. Letzteres sollte hoffentlich das moralische Wohlergehen im Sinn haben.

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