Ein Super-Auftrag: Mobilitäts-Förderung in Europa soll untersucht werden

Die Generaldirektion Bildung und Kultur möchte anhand einer Studie erforschen, wie die Mobilität von Lernenden außerhalb der EU-Programme gefördert wird.

via GD EAC, JUGEND für Europa

Die Europäische Union fördert die Mobilität von Erwachsenen und Jugendlichen zu Lern- und Bildungszwecken durch vielfältige Initiativen wie dem Programm für Lebenslanges Lernen und seinen Unter-Programmen in der Schul- sowie der beruflichen Aus- und Weiterbildung oder durch JUGEND IN AKTION in Jugendarbeit und Freiwilligendiensten. 2009 profitierten 12.000 Personen von Mobilitätsprojekten im Rahmen von COMENIUS (Schulbildung), 80.000 im Programm Leonardo da Vinci, 21.000 im Grundtvig-Programm (Allgemeine Erwachsenenbildung) and 70.000 junge Menschen und Fachkräfte der Jugendarbeit in JUGEND IN AKTION.

Nun möchte die Generaldirektion Bildung und Kultur wissen, was die Mitgliedstaaten sonst noch an Angeboten machen, um die "Lernermobilität" zu unterstützen. Sie hat deswegen eine Studie ausgeschrieben, mit der ein Überblick gegeben werden soll über alle Mobilitätsaktivitäten, Trends und Programme der Mitgliedstaaten in diesem Bereich. Dies betrifft beispielsweise Förderprogramme auf nationaler und regionaler Ebene sowie die finanzielle Unterstützung durch Stiftungen oder Fachorganisationen und andere Unterstützungsleistungen für die "Moblität" von Lernenden – sowohl im Inland wie im Ausland. Dafür sollen die entsprechenden Programme aufgelistet werden, statistische Daten über Teilnehmende an den Mobilitätsmaßnahmen zu Lernzwecken außerhalb der europäischen Programme gesammelt und allgemeine Mobilitätsziele und -Trends analysiert werden. Die Reichweite dieser Super-Studie wird deutlich, wenn man sich allein für Deutschland vorstellen will, wie umfangreich eine komplette Bestandsaufnahme sein müsste. Die Größenordnung des Auftrags wird denn auch am Honorar von 500.000 Euro netto deutlich.

Die Kommission verspricht sich von der Studie ein klareres Bild von der Lerner-Mobilität außerhalb der europäischen Programme. Da der Schwerpunkt der Untersuchung in denjenigen Ländern liegen soll, die an den Programmen Lebenslanges Lernen und JUGEND IN AKTION teilnehmen, vermutet man jedoch wahrscheinlich richtig, dass die Ergebnisse in die Neukonzeption der nächsten Programmgeneration einfließen soll. Der Beginn der Studie ist vorläufig auf Dezember 2010 angesetzt und als Frist für die Ausführung der Aufgaben sind 7 Monate vorgesehen. Man darf gespannt sein.

Die Ausschreibung findet sich im Amtsblatt der Europäischen Union und auf den Seiten der Generaldirektion Bildung und Kultur.