04.03.2010Youth on the Move

Ein höherer Dienst: Youth on the Move soll Europas Hochschulen attraktiver machen

Die Europäische Kommission hat gestern ihre Strategie "Europa 2020" vorgestellt, mit der die Vorbereitung der EU-Wirtschaft auf das nächste Jahrzehnt gelingen soll. "Jugend" spielt sich dabei vor allem im Hochschulbereich ab. MdEPs reagierten prompt.

via IP/10/225

Als sich die neue Kommissarin für Jugend vor einigen Wochen dem Europäischen Parlament vorstellte (siehe NEWS), klang die Sache noch anders. Androulla Vassiliou nannte Jugend und (Lern-)Mobilität als eine ihrer drei Politik-Schwerpunkte. Dabei bezog sie sich bereits auf Präsident Barrosos neue Youth on the Move - Initiative, „um die Errungenschaften der Lernmobilität für alle jungen Leuten zugänglich zu machen“. Youth on the Move solle gar als eine Art Matrix für die Vereinfachung der Vielzahl an bestehenden Programmen dienen.

Gestern nun redete der Chef höchstselbst und stellte seine EU-2020 Strategie vor. Schlüsselelemente für das Ankurbeln der Wirtschaft, die auf EU-Ebene und in den Mitgliedstaaten umgesetzt werden sollen, seien, so Barroso vor der Presse:

  • intelligentes Wachstum (Förderung von Wissen, Innovation und Bildung sowie der digitalen Gesellschaft),
  • nachhaltiges Wachstum (ressourceneffizientere Produktion bei gleichzeitiger Steigerung unserer Wettbewerbsfähigkeit)
  • integratives Wachstum (Erhöhung der Beschäftigungsquote, Qualifizierung und Bekämpfung der Armut).
Um diese Ziele zu erreichen, schlägt Barroso sieben Leitinitiativen vor, eine davon "Jugend in Bewegung – Förderung der Qualität und Attraktivität der Europäischen Hochschulen durch Unterstützung der Mobilität von Studenten und jungen Fachkräften." Dazu führte er aus: "Eine konkrete Maßnahme wäre, in den Mitgliedstaaten ausgeschriebene Stellen in ganz Europa besser zugänglich zu machen, indem berufliche Qualifikationen und Erfahrung in angemessener Weise anerkannt werden."

Angesichts dieser für manche überraschenden Engführung ließ die neue (siehe NEWS) Intergruppe Jugend im Europäischen Parlament denn auch prompt verlauten, man sei mit der Youth on the Move-Initiative so nicht zufrieden. Sie verdiene ihre Bezeichnung nicht, da es eben nicht um die Jugend sondern "nur" um Studenten und Hochschulbildung ginge.

Langfristige Investitionen in die Verbesserung der Lebenssituation aller jungen Menschen sei dagegen der einzige Weg mit Perspektive. Junge Menschen benötigten, so die Intergruppe, spezifische auf sie zugeschnittene Instrumente, um ihnen den Übergang von der Schule in den Job zu erleichtern. "Youth on the Move" in der vorliegenden Form greife da zu kurz, die Kommission risikiere den Verlust einer ganzen Generation.

Daher, so die Forderung der Parlamentarier, sollte der Europäische Pakt für die Jugend in die EU 2020-Strategie integriert werden, um sicher zu stellen, dass die gesamte Bandbreite jugendbezogener Politiken in die Umsetzung einbezogen ist.

Die bevorstehende Debatte um die Nachfolgeprogramme im Bereich Jugend ab 2014 jedenfalls ist nach der Barroso-Initiative offener denn je. Denn natürlich ist EU 2020 keine umfassende Beschreibung dessen, was die EU insgesamt in den nächsten Jahren vorhat. Die Umsetzung der neuen EU-Jugendstrategie gehört weiterhin in den Mittelpunkt der politischen Diskussion, in Europa und in den Mitgliedsländern.

Dokumente

  • Europa 2020

    Eine Strategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum. COM(2010) 2020
    Dieses PDF-Dokument mit dem Dateinamen "Europa_2020_DE.pdf" ist 851,35 kB groß.