Ein Aktionsrahmen für die jugendpolitische Zusammenarbeit in Europa

Auf ihrer Ratssitzung am 15.11.2005 verabschiedeten die Jugendminister und -ministerinnen der EU eine Entschließung über Maßnahmen zur Berücksichtigung der Anliegen Jugendlicher in Europa. Jugendrelevante Faktoren für die Erreichung der Lissabon-Ziele, Förderung von "active citizenship" bei Jugendlichen, Erreichung der Ziele des EU-Weißbuches und aktiver Dialog mit den Jugendlichen auf allen politischen Ebenen sind damit erstmals in einem politischen Aktionsrahmen zusammengefasst.

via JUGEND für Europa

Zur jüngeren Vorgeschichte:

Nachdem die Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedsstaaten auf ihrem Gipfeltreffen am 22./23. März 2005 den Europäischen Pakt für die Jugend verabschiedet hatten, lieferte die Kommission in einer Mitteilung Ende Mai erste Vorschläge zur Umsetzung.

Mit Bezug auf diese Mitteilung aber auch auf das EU-Weißbuch "Neuer Schwung für die Jugend Europas" definierten die Jugendminister am Dienstag dieser Woche nun drei Bereiche, innerhalb derer sich europäische jugendpolitische Zusammenarbeit verwirklichen soll:

  • die Förderung des aktiven Bürgersinns (=active citizenship) Jugendlicher durch die offene Koordinierungsmethode,
  • den Europäischen Pakt für die Jugend, in dem die die Jugend betreffenden Fragen in Kernbereichen der Lissabonner Partnerschaft für Wachstum und Beschäftigung hervorgehoben werden,
  • die Aufnahme einer jugendpolitischen Dimension in andere einschlägige Politikbereiche.
Ausdrücklich wird hervorgehoben, dass das laufende Programm "JUGEND" und das geplante Programm "JUGEND IN AKTION" diesen Rahmen ergänzen.

"Aktiver Bürgersinn", sicherlich eine Übersetzung, über die sich noch trefflich streiten ließe, steht als Ziel aller Aktivitäten im Vordergrund, die im Rahmen der Gemeinsamen Zielsetzungen für die Bereiche Partizipation, Information, Freiwilliges Engagement Jugendlicher und Jugendforschung angestrengt werden. Die offene Methode der Koordinierung soll dabei konsequent weiter angewandt werden.

Die Mitgliedstaaten und die Kommission, so heißt es weiter in der Entschließung, sollen außerdem dafür Sorge tragen, dass der Europäische Pakt in konkrete Maßnahmen mündet, beispielsweise durch die Festlegung messbarer Ziele.

Die Entwicklung eines strukturierten Dialog mit Jugendlichen und ihren Organisationen und auch die Anhörung von nichtorganisierten Jugendlichen über die sie betreffenden politischen Maßnahmen wird als eine weiterer wichtige Voraussetzung für den Erfolg der Umsetzung des Gesamtrahmens der jugendpolitische Zusammenarbeit genannt.

Des weiteren solle die Anerkennung des nicht formalen und informellen Lernens bei Jugendlichen und in der Jugendarbeit und in Jugendorganisationen Tätigen gefördert werden, indem beispielsweise ein "Jugendpass" entwickelt und dessen Aufnahme in den Europass geprüft wird.

2009 wollen die Jugendminister den Rahmen für die jugendpolitische Zusammenarbeit einer Überprüfung unterziehen.

Weitere Meldungen zum EU-Jugendministerrat vom 15.11.2005:

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