29.11.2017Nicht formale Bildung

du»EUROPA»wir: Der Strukturierte Dialog geht in die Abstimmungsphase

Freizeit, Bildung, Arbeiten, Liebe, Internet, Engagement, Reisen, Umwelt,… Themen, die für junge Menschen und ihr Leben wichtig sind, werden aktiv von der EU beeinflusst - häufig, ohne dass junge Menschen es bemerken.

Zunächst ging es im August 2017 in die Orientierungsphase. Es ging darum, eine Bestandsaufnahme vorzunehmen: Was ist zum Thema „Jugend und Europa“ an Materialien, Studien usw. bereits vorhanden? Welche Schlussfolgerungen kann man daraus ziehen? Was sind aus Sicht junger Menschen wichtige Unterthemen? Wo gibt es Diskussionsbedarf? Hierzu wurden in den Sommermonaten Materialien von Aktivitäten junger Menschen zum Thema Europa aus den letzten zwei Jahren gesammelt und ausgewertet. Verschiedene Jugendgruppen, -projekte und –verbände folgten dem Aufruf und senden Materialien ein: Von Workshopergebnissen und Dokumentationen über Videoclips, Fotokampagnen und Interviews bis hin zu ganz offiziellen Beschlüssen ist alles dabei. Basierend auf den Ergebnissen der Auswertung wurden die Materialien in zehn Themenbereiche gegliedert:

  • Europäisches Wir-Gefühl
  • Mobilität und Begegnung
  • Jugend in der digitalen Welt
  • Bildung, Ausbildung und Arbeit
  • Zusammenleben in Vielfalt
  • Umwelt und Nachhaltigkeit
  • Freiwilliges Engagement und Jugendorganisationen
  • Beteiligung
  • Politik für junge Menschen
  • Weiterentwicklung der EU

Bis zum 19. November konnten die Ergebnisse der Orientierungsphase online diskutiert werden. Dabei ginge es darum einen Themencheck durchzuführen und die Vorschläge und Forderungen zu ergänzen. Es sind viele Forderungen, Kommentare und Ideen von jungen Menschen zusammengekommen, die aber nicht alle in die politischen Prozesse auf EU- und Bundesebene eingebracht werden können.

Deshalb liegt der Schwerpunkt der nächsten Phase – die Abstimmungsphase - darauf, von möglichst vielen jungen Menschen in Deutschland zu erfahren, welche der Themen, Vorschläge und Forderungen sie besonders wichtig finden. Dazu findet vom 27. November 2017 bis 9. Februar 2018 ein Online-Voting statt, an dem sich alle interessierten Jugendlichen und jungen Erwachsenen beteiligen können. Ergänzend finden zwei DenkWerkstätten in Erfurt und Hannover statt sowie weitere Beteiligungsveranstaltungen, bei denen junge Menschen über einzelne Themen und Fragen diskutieren können. Dabei kann es beispielsweise darum gehen, was junge Menschen benötigen, um in der sich veränderten Gesellschaft zurechtzukommen. Inhalte, die gerade auch eine europäische Dimension haben, sind das Verstehen und der Umgang mit Fake News und einseitigen Informationen, mit Diskriminierung und Ungleichheit, mit Umweltschutz und nachhaltigem Zusammenleben, mit demokratischer und politischer Teilhabe. Was muss sich ändern, damit mehr junge Menschen die EU und ihre Institutionen verstehen und unterstützen? – eine wesentliche Frage, mit der sich nicht nur die Jugendpolitik befasst.

Die Ergebnisse der Online-Abstimmung und der Veranstaltungen werden anschließend zusammengefasst und an das Bundesjugendministerium und die Jugendministerien der Länder weitergegeben und sollen in deren Positionen für die neue EU-Jugendstrategie einfließen.

Darüber hinaus geht die Zusammenfassung der Ergebnisse als Input aus Deutschland an die EU-Jugendkonferenz in Sofia (Bulgarien), die im April 2018 stattfindet. Die Ergebnisse dieser Konferenz werden unter anderem an die EU-Kommission übergeben, damit diese sie in ihrem Entwurf für die neue EU-Jugendstrategie berücksichtigen kann. Der Entwurf soll im Frühjahr oder Frühsommer veröffentlicht werden.

Kommentare

    Bislang gibt es zu diesem Beitrag noch keine Kommentare.

    Kommentar hinzufügen

    Wenn Sie sich einloggen, können Sie einen Kommentar verfassen.