09.02.2018EU-Kommission

Digitale Jugendarbeit ist nicht einfach eine Methode: Expertengruppe der EU-Kommission präsentiert ihre Empfehlungen

Digitale Kompetenz spielt eine entscheidende Rolle für die Entfaltung bürgerschaftlichen Denkens und Handelns, für die aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Diskurs. Jugendarbeit sollte dies in der Breite fördern, daher werden sich Fachkräfte künftig intensiver als bisher mit den digitalen Medien und ihrer Nutzung beschäftigen müssen. Sie benötigen aber Unterstützung und den nötigen Freiraum, um ihre Arbeitsweise anzupassen, ihre Kompetenzen zu erweitern und neue Methoden auszuprobieren.

Die EU-Kommission hat die Ergebnisse ihrer Expertengruppe zur Entwicklung der digitalen Jugendarbeit veröffentlicht. Die Gruppe, bestehend aus 25 Expertinnen und Experten aus mehr als 20 Ländern, war 2016 im Rahmen des Arbeitsplans für Jugend (2016-2018) einberufen worden.

Die Expertengruppe hatte sich zunächst dafür entschieden, eine Arbeitsdefinition von "digitaler Jugendarbeit zu vereinbaren:

Digital youth work means proactively using or addressing digital media and technology in youth work. Digital youth work is not a youth work method – digital youth work can be included in any youth work setting (open youth work, youth information and counselling, youth clubs, detached youth work, etc.). Digital youth work has the same goals as youth work in general, and using digital media and technology in youth work should always support these goals. Digital youth work can happen in face-to-face situations as well as in online environments – or in a mixture of these two. Digital media and technology can be either a tool, an activity or a content in youth work.

Auf dieser Grundlage wurden folgende Inhalte entwickelt und dargestellt:

  • innovative Praxisbeispiele für die digitale Jugendarbeit und die Förderung digitaler Kompetenzen von Jugendfachkräften;
  • politische Empfehlungen zur Entwicklung der digitalen Jugendarbeit;
  • eine Einschätzung des Qualifizierungsbedarfs bei Jugendfachkräften auf der Grundlage existierender Kompetenzrahmen für digitale Kompetenzen und für Jugendarbeit;
  • eine Sammlung von Schulungsmaterial.

Die in der Publikation beschriebenen politischen Empfehlungen wollen als Anregung für die Organisationsentwicklung in Jugendeinrichtungen und als Impuls für die Ausarbeitung nationaler Strategien verstanden werden. Unter anderem fordert die Expertengruppe, dass jeder Mitgliedstaat im Rahmen seiner nationalen Jugendpolitik eine nationale Strategie für die Entwicklung und Realisierung von digitaler Jugendarbeit entwickeln sollte. Jugendliche und Jugendorganisationen sollten dabei konsultiert und in die Entwicklung und Umsetzung dieser Strategie einbezogen werden.

Die Publikation finden Sie auf den Seiten der EU-Kommission als PDF-Download in englischer Sprache

(Quelle: EU-Kommission)

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