Die Struktur steht. Kommissionsplan zum Dialog mit der Jugend

Eigentlich ganz einfach: Auch in Sachen strukturierter Dialog müsste die Portugiesische EU-Präsidentschaft nur abarbeiten, was vorliegt.

via Europäische Kommission, EAC

Ein Grundkonzept mit der schrittweisen Vorgehensweise für einen "strukturieren Dialog" mit der Jugend in den Jahren 2007-2008 hat die Kommission in einem eigenen Papier entworfen. Verwiesen wird auf den Europäischen Pakt für die Jugend, dessen Erfolg vor allem von der Einbeziehung der Jugendlichen selbst abhängig sei, und auf den Plan "D" (für Demokratie, Dialog und Diskussion) der Generaldirektion Kommunikation und nicht zuletzt auf die Forderungen von Jugendlichen und Jugendorganisationen selbst. Auf dieser Grundlage werden Prinzipien und Herausforderungen für eine systematische Partizipation von jungen Menschen in die Meinungsbildung und Entscheidungsfindung der (europäischen) Politik formuliert.

Und so geht der "strukturierte Dialog":

"Bottom-up"-Ansatz: Der Dialog soll auf der lokalen, regionalen, nationalen und europäischen Ebene stattfinden. Auf lange Sicht soll er dezentral entwickelt werden - von unten nach oben.

Jugendliche spielen die Hauptrolle: Junge Leute, Jugendorganisationen und Verantwortliche für Jugendpolitik sollen die Hauptakteure des Dialogs sein. der Dialog zwischen dem Europäischen Jugendforum und der Generaldirektion Bildung und Kultur wird auf europäischer Ebene als Modell angesehen.

Integration und Vielfalt: Der Dialog soll kein Dialog der Eliten sein. Benachteiligte Jugendliche ebenso wie nicht-organisierte sollen einen besonderen Stellenwert erhalten. Alle Jugendlichen sollen einbezogen werden. Online-Konsultationen und Chats werden unter anderem als Mittel vorgeschlagen.

Alle an einen Tisch: Alle, die direkt oder indirekt mit jungen Menschen zu tun haben, sollen einbezogen werden: Politikerinnen und Politiker, NGOs, Fachkräfte der Jugendarbeit, Trainier, Jugendinformationsnetzwerke, Lehrkräfte, Experten und Jugendforscher. Damit soll ein konsequenter und ressort-übergreifender Ansatz garantiert werden.

Konkrete Ergebnisse: Effizient soll der Dialog sein und konkrete Ergebnisse haben. Im Klartext: Jugenddeklarationen und Aktionspläne sollen direkt die Entscheidungsfindungen beeinflussen. "Scheindialoge" soll es nicht geben. Sie untergraben die Glaubwürdigkeit des ganzen Verfahrens und führen zu Frust.

Transparenz und Aufmerksamkeit: Das alles soll sichtbar und transparent sein. Daher will man Medien mit ins Boot holen, die den Dialog begleitenden, und Events durch die Präsenz "hoher" PolitikerInnen aufwerten.

Alles in allem soll es einen "wirklichen, offenen, glaubwürdigen und konstruktiven Dialog mit jungen Leuten" geben. Dieser bedürfe allerdings der Moderation, vor allem, um nicht-organisierte und benachteiligte Jugendliche systematisch einzubeziehen. Der Dialog müsse von allen Jugendlichen geführt und verstanden werden können. Deswegen benötige er auch eine "Übersetzung", d.h. beispielsweise eine Vermittlung in einfacher oder bildhafter Sprache.

Das Papier der Kommission entwirt dann eine Struktur mit drei Schritten. So soll der Dialog mit Jugendseminaren auf der nationalen Ebene beginnen. Nationale Jugendräte, offen auch für unorganisierte Jugendliche, sollen die anstehenden Themen diskutieren und, als zweiten Schritt, ihre Ergebnisse in die Jugendevents der Ratspräsidentschaften einspeisen. Darüber hinaus sollen die Schlussfolgerungen in informellen Foren zwischen der Präsidentschaft, der Kommission, dem Europäischen Parlament und Jugend-Repräsentanten (als so genante "Troika") am Rande von Jugendministerratssitzungen erörtert werden. Viertens sollen die Ergebnisse dann in die Europäischen Jugendwochen eingehen. Das Programm JUGEND IN AKTION, so die Idee, könne mittlerweile einen erheblichen Teil dieser Aktivitäten finanzieren. Die deutsche Präsidentschaft hatte mittels eines Jugendevents, der informellen Ministerrunde und der Europäischen Jugendwoche schon mit der Umsetzung begonnen. Jetzt sind die Portugiesen am Zug.

Dokumente