Die Portugiesen können gar nicht anders: Die EU-Präsidentschaft und die Jugendpolitik

Die Portugiesische Ratspräsidentschaft übernimmt den Staffelstab auch in Sachen Jugendpolitik.

via Portugiesische Ratspräsidentenschaft (www.eu2007.pt/UE/vPT/)

Eine eigene Webseite gibt es schon, eine Ankündung auch: Die portugiesische Ratspräsidentschaft hat ihre Schwerpunkte im Jugendbereich angekündigt. So will sie die Umsetzung des Europäischen Pakts für die Jugend vorantreiben, die soziale und berufliche Integration der Jugendlichen, und zwar auf der Grundlage der Prioritäten "Freiwilligendienst" und "Entrepreneurship" - "Unternehmergeist".

Letzterer scheint es den Portugiesen angetan zu haben. Denn Unternehmergeist wird als Schlüssel gegen Arbeitslosigkeit hervorgehoben: "Die Priorität Entrepreneurship (...) entspringt der Notwendigkeit, eine Politik zu entwickeln, die grundsätzlich und wirksam das Beschäftigungsproblem zu lösen hilft", heißt es in der Ankündigung der Portugiesischen Ratspräsidentschaft.

Allerdings könnten die beschäftigungspolitischen Ziele nur durch eine integrierte Politik erreicht werden, die nicht nur darauf abziele, Mentalitäten (den Geist!) zu verändern, sondern auch die Fertigkeiten und Fähigkeiten junger Europäer - um die Hindernisse von Innovation und Wettbewerbsfähigkeit aus dem Weg zu räumen. Daher sei auch beabsichtigt, sichtbare Ergebnisse vorzuweisen, indem man jungen Menschen wirksame Instrumente für ihre Emanzipation (durch Arbeit) anbietet. Nicht zuletzt solle die Anerkennung des sozialen und persönlichen Werts des Freiwilligendienstes - der jungen Menschen soziale und berufliche Kenntnisse vermittle - ein Schwerpunkt der Arbeit sein.

Die Portugiesen können gar nicht anders. Denn nach der neuen Geschäftsordnung des Rats der Europäischen Union erstellen jeweils drei amtierende Vorsitze in enger Zusammenarbeit mit der Kommission und nach entsprechenden Konsultationen den Entwurf eines Programms für diesen Zeitraum. Deutschland, Portugal und Slowenien haben also eine "Teampräsidentschaft" und eine gemeinsame jugendpolitische "Roadmap". Nach dieser widmete sich Deutschland der Chancengleichheit für alle jungen Menschen, Portugal kümmert sich um die Anerkennung freiwilliger Tätigkeiten als Weg zum Ausbau sozialer und beruflicher Fähigkeiten und Slowenien wird im ersten Halbjahr 2008 die kulturelle Vielfalt und den interkulturellen Dialog zwischen jungen Menschen in den Vordergrund rücken. Außerdem ist festgelegt, dass der Europäische Rat 2007 und 2008 eine Bilanz der Umsetzungsmaßnahmen des Europäischen Pakts für die Jugend ziehen und weitere Orientierung für den Pakt für die Jugend geben wird.

Unabhängig davon sollen "die europäische Politiken im Jugendbereich die wichtigsten Grundlagen für Initiativen und Maßnahmen für junge Menschen sein". Dazu zählt auch die Roadmap für den strukturierten Dialog.

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