27.11.2017Rat der Jugendminister

Der EU-Jugendministerrat setzt ein Zeichen für die Digitalisierung in der Jugendarbeit und Jugendhilfe

Mit der Annahme von Schlussfolgerungen zur „Smarten Jugendarbeit“ haben die Jugendminister und Jugendministerinnen der EU in ihrer Ratssitzung am 20. November verabredet, Rahmenbedingungen für eine smarte Jugendarbeit zu schaffen. Der estnische EU-Vorsitz brachte das Thema als einen seiner Schwerpunkte für die jugendpolitische Zusammenarbeit ein.

Unter „Smarte Jugendarbeit“ wird eine auf Innovation ausgerichtete Entwicklung in der Jugendarbeit verstanden, die sich insbesondere auf eine digitale Praxis der Jugendarbeit stützt, das heißt dort wo proaktiv digitale Medien und Technologien genutzt werden oder diese Inhalt sind. Dabei werden die Einbeziehung junger Menschen, sowie die Forschung und Qualitätsaspekte als zentrale Komponenten im Entwicklungsprozess gesehen. Smarte Jugendarbeit soll darauf abzielen, durch neue Technologien und innovative Methoden sowohl Jugendliche zu erreichen, als auch ihre digitalen Kompetenzen zu fördern. Smarte Jugendarbeit könnte darüber hinaus das Potential haben, die digitale Gesellschaft proaktiv mitzugestalten und über ihre Angebote junge Menschen daran zu beteiligen.

Ob smart oder digital, der Jugendrat unterstreicht dabei klar, dass die Grundlage allen Handelns die Ziele, Werte und Prinzipien von Jugendarbeit  sind. Sie müssen sich an den Bedürfnissen der Jugend, der Fachkräfte und Entscheidungsträger im Jugendbereich ausrichten.

Um die Chancen der Digitalisierung für die Jugendarbeit und für junge Menschen zu eröffnen, lädt der Rat mit seinen Schlussfolgerungen die EU-Staaten und die Europäische Kommission ein, Grundlagen zu schaffen, um das Konzept der smarten Jugendarbeit in der Jugendhilfe und der Jugendpolitik entwickeln und realisieren zu können. Konkret bezieht sich dies auf Fragestellungen wie strategische und finanzielle Förderung, Kompetenzentwicklung, den Aspekt der digitalen Infrastruktur, Integration des Themas in Aus- und Weiterbildung von Fachkräften der sozialen Arbeit und Fachstandards, aber auch die Untersuchung von Zugangshemmnissen für junge Menschen und den Abbau dieser.

In seinen Forderungen knüpft der Rat auch an Empfehlungen der aktuell arbeitenden EU-Expertengruppe zu dem Thema „Risks, opportunities and implications of digitalisation for youth, youth work and youth policy”. Dieses ist Teil des EU-Arbeitsplans für die Jugend. Die Gruppe hat unter anderem den Auftrag, konkrete und anwendbare Ergebnisse zu folgenden Fragen zu erarbeiten:

  • Wie kann Jugendarbeit den Erwerb digitaler Kompetenzen junger Menschen unterstützen?
  • Wie können Fachkräfte digitale Methoden und Online Angebote in die Jugendarbeit einbinden?   

Die Veröffentlichung der Ergebnisse ist für Ende dieses Jahres vorgesehen.

Die Schlussfolgerung kann hier nachgelesen werden.

(JUGEND für Europa)

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