15.10.2007Freiwilliges Engagement

Das hat ja mal geklappt: Jugendevent thematisiert Freiwilliges Engagement

Auf dem portugiesischen Jugendevent "Freiwillige Arbeit: Eine Herausforderung für das Jugend-Empowerment im 21. Jahrhundert" bekräftigen Jugendliche bisherige Forderungen an die EU-Politik.

via BMFSFJ, Portugiesische Präsidentschaft

Einer der Schwerpunkte der Portugiesischen EU-Ratspräsidentschaft ist die Anerkennung Freiwilligen Engagements von Jugendlichen. Vor allem die sozialen und professionellen Fähigkeiten, die sich Freiwillige aneignen können, stehen im Vordergrund. Sie sind ein Mosaiksteinchen im Schwerpunktthema "soziale und berufliche Integration junger Menschen" der Teampräsidentschaft mit Deutschland und Slowenien.

Unter dem Motto "Freiwillige Arbeit: Eine Herausforderung für das Jugend-Empowerment im 21. Jahrhundert" stand nun auch der erste Jugendevent der portugiesischen Ratspräsidentschaft am 15. -17. September in Lissabon statt. 120 jugendliche Vertreterinnen und Vertreter der nationalen Jugendräte von EU-Mitgliedsstaaten, von EU-Beitrittskandidaten und EFTA-Ländern sowie eine Reihe von internationalen nicht staatlichen Jugendorganisationen diskutierten in sechs Arbeitsgruppen sechs Schwerpunktthemen der Lissabon-Strategie: die Rolle der Jugend im Europäischen Verfassungsvertrag, Beschäftigung und Unternehmertum, soziale Integration und gleiche Chancen für alle, Jugendpartizipation und strukturierter Dialog, non-formale Bildung sowie Freiwilliges Engagement.

Sie übergaben am Ende eine detaillierte Schlussfolgerung mit Handlungsstrategien an die 27 Vertreterinnen und Vertreter der Regierungen der europäischen Mitgliedsstaaten und an die Kommission. Das Dokument wiederholt Empfehlungen, die auch auf den bisherigen Jugendevents regelmäßig im Mittelpunkt standen. So solle zum Beispiel mehr für die Anerkennung und Würdigung des freiwilligen Engagements getan werden, indem Erfahrungen aus freiwilligen Tätigkeiten anerkannt werden – so, wie dies im neuen Programm JUGEND IN AKTION mit dem Youthpass geschieht. Visaprobleme sind nach wie vor ebenso aktuell wie die Forderung nach aktiver Partizipation auf allen Politikebenen.

Eher neu ist, dass der Verfassungsvertrag ausdrücklich als "Meilenstein" für eine Europäische Bürgerschaft und eine Stärkung Europäischer Identität begrüßt wird oder – der Schwerpunkt des Papiers liegt eindeutig auf Beschäftigungs- und Ausbildungsfragen - dass "Flexicurity" als Schlagwort übernommen wird und unter anderem eine Studie zur Finanzierung von "Flexicurity" in nationalen Kontexten gefordert wird. Für die Schule wünscht man sich Reformen, so eine bessere Schulung der Lehrkräfte in "soft skills" oder innovative, partizipative Methoden. Vor allem zum Thema Jugendpartizipation gibt es zahlreiche konkrete Wünsche wie die Herabsetzung des Wahlalters auf 16 Jahre und den Ausbau des "strukturierten Dialogs". Hier hat sich eine Forderung eingeschlichen, die längst überfällig war: die öffentliche Kommunikation der Europäischen Institutionen mit den Bürgerinnen und Bürgern solle doch, bitteschön, von "technokratischer Sprache" befreit werden.

Die Jugendlichen richten sich mit dem Dokument an die Europäische Kommission, an die Jugendorganisationen und an die nationalen Regierungen. An die letzteren wandten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer besonders mit dem Wunsch die Möglichkeiten im Bereich Mobilität, Vergünstigungen und Anerkennungen von Freiwilligen zu verbessern und zu unterstützen. Die Jugendlichen sind der Überzeugung, dass eine europäische Charta zum Thema "Freiwillige Arbeit" gebraucht wird, die die Themen rechtlicher Status, Anerkennung, Hindernisse und Empowerment behandelt. Nur eines hat wohl endlich mal geklappt: Carla Mouro, Präsidentin des Portugiesischen Jugendrates, stellte fest, dass es zum ersten Mal eine "tiefe Kooperation" zwischen den Europäischen Institutionen, den Nationalen Jugendräten und dem Europäischen Jugendforum gegeben habe.

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