Bildungsminister wollen Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung intensivieren

Die europäischen Bildungsminister gehen in die Offensive: Nach dem schlechten Abschneiden der beruflichen Bildung im so genannten "Kok-Report" sind stärkere Maßnahmen geplant.

via Rat der Europäischen Union und Cedefop

Die Bildungsminister der Europäischen Union haben auf ihrer Sitzung am 15./16.November 2004 beschlossen, die Zusammenarbeit im Bereich der beruflichen Bildung zu intensivieren. Der Grund ist das schlechte Abschneiden bisheriger Maßnahmen in der Zwischenbilanz zur "Lissabon-Strategie", die die Sachverständigengruppe um Wim Kok unlängst vorlegt hatte (Zur Meldung). Hier wurde vor allem angemahnt, die lebenslange Entwicklung von Schlüsselkompetenzen wie um Beispiel "das Lernen lernen" oder "Unternehmergeist" besser zu fördern. Dafür sollen auch die Verbindungen zwischen beruflicher Bildung und allgemein bildenden Bereichen stärker berücksichtigt werden.

Die Bildungsminister einigten sich auf verschiedene Maßnahmen, die sowohl auf nationaler wie europäischer Ebene umgesetzt werden sollen. Beispielsweise soll der Europäische Sozialfonds und der Europäische Fonds für Regionale Entwicklung verstärkt für Maßnahmen beruflicher Aus- und Weiterbildung eingesetzt werden. Die Zugänge zur beruflichen Bildung sollen daraufhin geprüft werden, ob sie unnötige Barrieren für diejenigen darstellen, die auf individuellen Wegen oder selbstständig lernen möchten. Dies gilt auch für die Abgrenzung zwischen beruflicher Bildung und Allgemeinbildung: Hier sollen Übergänge erleichtert werden. Um schneller und adäquater auf Bedarfe reagieren zu können und darüber hinaus eine Qualitätssicherung zu leisten, sollen Partnerschaften aller notwendigen Akteure einschließlich der Sozialpartner gefördert werden. Auf europäischer Ebene soll unter anderem ein Europäisches Qualifikationssystem (European Qualifications Framework) und ein Europäisches System der gegenseitigen Anerkennung von Ausbildungs- und Weiterbildungserfolgen (European Credit Transfer System for VET/ECVET) eingerichtet werden.

Die europäischen Bildungsminister werden sich am 14. Dezember weiter beraten. Dabei soll ein "Maastricht Kommuniqué" verabschiedet werden, das neue Strategien und Schwerpunkte für eine Intensivierung der Zusammenarbeit im Bereich berufliche Bildung als Teil des so genannten "Kopenhagen-Prozesses" festlegen soll.

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