Vorschulische Bildung und Betreuung spielen eine wesentliche
Rolle, wenn es um die soziale Integration von Kindern geht.
Deswegen hat die Europäische Kommission vorschulische Erziehung
als eines der vorrangigen Themen der jugendpolitischen
Zusammenarbeit für die Jahre 2009-10 identifiziert. Ziel ist es,
einen allgemein vergleichbaren Standard der Zugänglichkeit zu den
Angeboten sowie der Qualität der Einrichtungen und der Förderung
des pädagogischen Personals zu erreichen.
Im Sine von „Austausch guter Praxis“ und „Peer-Review“ wurde nun
in einer Studie analysiert, wie in 30 europäischen Ländern die
frühkindliche Bildung und Betreuung (Early Childhood Education
and Care – ECEC) organisiert ist und welche Vorteile die
einzelnen Systeme haben. Im Mittelpunkt der Studie, die von der
Europäischen Kommission am 18. Februar 2009 vorgestellt wurde,
stehen vor allem die Maßnahmen, die die einzelnen Ländern für die
Integration benachteiligter sozialer Gruppen ergreifen.
Hier die wichtigsten Befunde:
- 87% der Vierjährigen besuchen eine Bildungseinrichtung in
Europa. Die Kommission möchte bis 2020 die Rate auf 90% erhöhen.
- Es gibt gegenwärtig zwei organisatorische Modelle für
frühkindliche Bildung und Betreuung in Europa: Eine Einrichtung
für alle Kinder im Vorschulalter oder separate Einrichtungen für
Altersgruppen von 0 bis 3 Jahren sowie für drei- bis
sechsjährige.
- Während die Kombination von verschiedenen sozialen,
kulturellen und ökonomischen Faktoren ein ernsthaftes Risiko für
die Bildungserfolge von Kindern darstellen können, hat Armut die
schwerwiegendsten Folgen. Fast einer von sechs Haushalten in
Europa mit einem Kind unter sechs Jahren fällt unter die
Armutsgrenze.
- Qualitativ hochstehende Vorschulbildung bringt wichtige
Vorteile: Sie versorgt alle Kinder mit einer guten Basis für ein
lebenslanges Lernen und hilft, die Bildungslücke für
benachteiligte Kinder zu schließen.
- Die wichtigsten Elemente für eine hochstehende Bildung und
Betreuung sind a) ein günstiges Kinder – Betreuer – Verhältnis,
b) eine hochstehende (akademische) Ausbildung für das Personal
sowie c) die Einbeziehung der Eltern.
Die Studie ist Teil der Aktivitäten, die auf eine Mitteilung
der Kommission „Effizienz und Gerechtigkeit in den europäischen
Systemen der allgemeinen und beruflichen Bildung“ (mehr dazu) im
Jahr 2006 folgten. Die Mitteilung bezog sich explizit auf
vorschulische Bildung als ein effektives Mittel, um die Basis für
weiteres Lernen, die Verhinderung von Schulabbrüchen, eine größere
Gerechtigkeit bei den Ergebnissen und das allgemeine
Kompetenzniveau zu steigern.
Die Studie gibt einen vergleichenden Überblick unter den
Gesichtspunkten “Zugang zu Bildungs- und Betreuungsangeboten“,
“Organisation der Einrichtungen und pädagogische Konzepte“, “Aus-
und Weiterbildung des Personals“ sowie “Finanzierung“. Sie
gliedert sich in drei Teile:
- eine Übersicht über wissenschaftliche Literatur zur Wirkung
qualitativ hochstehender Bildung und Betreuung für junge Kinder
- statistische Daten zu relevanten demografischen Befunden zur
Familie und zu den Teilnahmezahlen an Bildungs- und
Betreuungsagaveboten,
- eine vergleichende Analyse der politischen Maßnahmen,
basierend auf Daten und Informationen, die von den nationalen
Stellen des Eurydice Netzwerks (das Informationsnetz zum
Bildungswesen in Europa) stammen
. Kurzbeschreibungen zum System in jedem der 30 Länder bieten
einen interessanten Einblick in die Vielfalt frühkindlicher
Bildungs- und Betreuungs-Konzepte.