17.12.2009Soziale Integration

Bildung ist der Schlüssel: Bildungsminister äußern sich zu Integrationsfragen

Die EU-Mitgliedstaaten wollen mehr für die Bildung und Integration von Kindern mit Migrationshintergrund tun.

via Rat der Europäischen Union

Nachdem die Europäische Kommission im September 2009 die Ergebnisse der öffentlichen Konsultation zum Grünbuch „Migration und Mobilität: Chancen und Herausforderungen für die EU-Bildungssysteme“ veröffentlicht hat (siehe NEWS), verabschiedete nun der Bildungsministerrat am 26. November 2009 „Schlussfolgerungen zur Bildung von Kindern mit Migrationshintergrund“.

Die europäischen Bildungsministerinnen und -minister würdigen den positiven Beitrag von Migranten an der sozioökonomischen Entwicklung Europas und stellen fest, dass eine erfolgreiche Integration die Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit Europas, für soziale Stabilität und Zusammenhalt darstellt. Bildung spiele dabei eine Schlüsselrolle. Gleichzeitig stelle die nicht unerhebliche Anzahl von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in vielen Mitgliedsländern eine Herausforderung für das Bildungssystem dar. Vor allem die offenkundigen Folgen einer oft auch sozioökonomischen Benachteiligung - hier wird die PISA-Studie angeführt - müssten durch bessere Bildung gemildert werden. Gleichzeitig sei die Unterstützung von Integration eine Aufgabe verschiedener Politikbereiche und kross-sektoraler Kooperation. Obwohl die politischen Lösungen für die - übrigens recht differenziert ausgeführten - Probleme Angelegenheiten der Mitgliedstaaten seien, handele es sich doch um Herausforderungen, vor denen nahezu alle Länder stehen. Das rechtfertige auch das europäische Engagement in dieser Sache.

So schreibt der Bildungsministerrat sowohl den Mitgliedsländern als auch der Kommission Einiges auf die Agenda: Neben allgemeinen Maßnahmen wie eine bessere persönliche Betreuung von Lernenden, eine bessere Ausstattung „leistungsschwacher“ Schulen, der interkulturellen Fortbildung des Lehrpersonals oder der Kooperation verschiedener Einrichtungen auf lokaler Ebene ersucht der Rat die Mitgliedsländer unter anderem, einen integrierten Politikansatz für dieses Thema zu finden, Anti-Diskriminierungs-Mechanismen für eine bessere soziale Integration und aktive Bürgerschaft einzusetzen, Barrieren im Schulsystem auszuräumen und Daten sowie Beispiele guter Praxis zu sammeln. Die Kommission soll die Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten in diesem Bereich unterstützen und eng mit anderen internationalen Organisationen wie dem Europarat, der OECD und der UNESCO kooperieren. Sie soll außerdem Leistungsunterschiede zwischen Schülern mit und ohne Migrationshintergrund anhand bestehender Daten und Indikatoren erfassen und dafür Sorge tragen, dass das Thema im Rahmen des Programms „Lebenslanges Lernen“ und anderer Aktionsprogramme wie auch in der Sozialstrategie der EU adäquat reflektiert wird.

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