Bigger than Japan: Zum Stand der Bildungsreformen

Die EU-Mitgliedstaaten haben bei ihren Bildungszielen im Rahmen der Lissabon-Strategie für 2010 Fortschritte erzielt. Aber es gibt große Unterschiede zwischen den EU-Mitgliedstaaten.

via Generaldirektion Bildung und Kultur

Die Fortschritte im Erreichen der vereinbarten Ziele im Bildungsbereich bescheinigt der aktuelle Jahresbericht der EU-Kommission über die EU-Bildungssysteme 2008. Danach gibt es Verbesserungen bei Sekundarschulabschlüssen, Schulabbruch, Abschlüssen in Mathematik, Naturwissenschaften und Technik sowie Erwachsenenbildung. Verschlechtert hat sich die Situation bei Leseschwächen. Daher, so eine Schlussfolgerung des Berichts, reichen die Fortschritte nicht aus, um die 2012-Ziele zu erreichen.

Der jährliche Bericht wird von der Generaldirektion Bildung und Kultur der EU-Kommission in enger Zusammenarbeit mit Eurostat, der Forschungsstelle CRELL (GFS) und der europäischen Informationsstelle von Eurydice ausgearbeitet. Er untersucht die strategischen Vorgaben für das Arbeitsprogramm "Allgemeine und berufliche Bildung 2010", mit dem die EU-Mitgliedstaaten auf die gemeinsamen Ziele hinarbeiten, die sie sich im Rahmen der Lissabon-Strategie für Wachstum und Beschäftigung für ihre Bildungs- und Berufsbildungssysteme gesetzt haben. Nach wie vor gibt es große Unterschiede zwischen den EU-Mitgliedstaaten und den einzelnen Bereichen.

Deutschland werden Fortschritte im Bereich der frühkindlichen Bildung bescheinigt, in der Weiterbildungsbeteiligung rangiert es mit 7-8 % weit hinter den Spitzenreitern Skandinavien und Großbritannien mit 20-30 %. Im Durchschnitt liegt Deutschland sogar unter dem Durchschnitt der 27 EU-Mitgliedländern. Dazu tragen Ausreißer bei wie die Tatsache, dass 40 % der deutschen Schüler in mathematischen Fächern von nicht qualifizierten Lehrkräften unterrichtet werden oder der erstaunlichen Nachricht, dass nur 2 % der aktiven deutschen Bevölkerung Lehrerinnen und Lehrer sind. Mit diesem Wert ist Deutschland Schlusslicht. Zum Vergleich: In Belgien sind es 4 %. Spitzenreiter ist Deutschland in der Überalterung seiner Lehrkräfte (über 50 % sind über 50 Jahre alt.) Dafür ist die Zahl der unter dreißigjährigen Lehrkräfte in Deutschland am geringsten, nämlich 5 %. Auch bei der Ausstattung mit Computern pro Schüler liegt Deutschland im unteren Drittel der Skala. Richtig gut ist Deutschland dann wieder bei der Anzahl seiner Top-Universitäten: Besser als Japan!

Dokumente