Aus Wirkungen lernen: SOKRATES, LEONARDO und eLearning gemeinsam evaluiert

Die Kommission hat den Abschlussbericht der gemeinsamen Evaluation der Programme SOKRATES, LEONARDO da VINCI und eLearning für den Zeitraum 2000-2006 vorgelegt. Größere Auswirkung auf nationale Bildungssysteme gab es anscheinend kaum.

via Europäische Kommission

„Die Evaluierung der Programme Sokrates, Leonardo da Vinci und eLearning zeigt, dass diese eine spürbare Wirkung auf die allgemeine und berufliche Bildung in der EU sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht hatten. Dies lässt sich auf der Ebene der Einzelpersonen, der Institutionen und der politischen Entscheidungsfindung feststellen.“ Zu diesem Schluss kommt der Abschlussbericht über die Durchführung und die Auswirkungen der zweiten Phase (2000-2006) von SOKRATES, LEONARDO da VINCI und des Mehrjahresprogramms (2004-2006) für die wirksame Integration von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in die Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung in Europa, eLearning.

Der Bericht beruht auf einer externen gemeinsamen Evaluierung der drei Programme, die auch eine Analyse der nationalen Berichte der teilnehmenden Länder umfasste. Die bewerteten Programme enthielten verschiedene Maßnahmen und konzentrierten sich nicht auf dieselben Aspekte und Zielgruppen. Die Ergebnisse bei fast allen Programmen waren jedoch Mobilitätsmaßnahmen, Kooperationsprojekte zwischen Partnern aus verschiedenen Ländern und die Entwicklung von Netzen und Instrumenten. Außerdem wurden die verschiedenen Initiativen dieser drei Programme ab 2007 unter einem einzigen Dach – dem Programm für Lebenslanges Lernen (LLL) – vereint. Grund genug, auch die Evaluation der Vorgängerprogramme in einer Gesamtschau zu präsentieren.

Insgesamt haben die Programme mehr als 3 Milliarden EUR Förderung aus Gemeinschaftsmitteln erhalten. Sie ergänzten sich gegenseitig, trugen zu der Schaffung eines Europas des Wissens bei und waren für die Europäische Kommission ein wirkungsvolles Hilfsmittel, um die Ziele von Lissabon im Bereich der Aus- und Weiterbildung zu erreichen. Damit haben sie laut Bericht „eindeutig zur Schaffung eines europäischen Bildungsraums beigetragen und eine europäische Kooperationskultur in den Bildungseinrichtungen verankert.“

Auf der Ebene der Einzelpersonen wurde eine positive Wirkung bei Personal und Lernenden festgestellt, die ihre Fähigkeiten (einschließlich der Sprachkenntnisse) ausbauen und ihr Wissen vertiefen konnten. Sie lernten den Wert der Zusammenarbeit in Netzen über nationale Grenzen hinaus zu schätzen und fühlten sich stärker als europäische Bürger.

Die Mobilitätsmaßnahmen, wie z. B. Studienaufenthalte im Ausland, waren in dieser Hinsicht am erfolgreichsten. Durch Mobilitätsmaßnahmen wurden nicht nur die Fähigkeiten der Einzelnen verbessert, sondern auch Fortschritte auf institutioneller Ebene erzielt. Insbesondere durch ERASMUS ist es gelungen, die Mobilität im Universitätsleben zu verankern. Das Programm hat damit zu strukturellen Veränderungen und zu einer Modernisierung der Hochschulbildung in Europa geführt. Als Ergebnis verschiedener Partnerschaften und Projekte konnten ebenfalls Verbesserungen beim Unterricht, beim Lernen und bei der Verwaltung sowie strukturelle Veränderungen in den Curricula oder Systemen festgestellt werden. Dies betraf insbesondere das Arbeitsumfeld der Teilnehmer sowie die lokale Ebene.

Allerdings gibt es kaum Hinweise auf eine größere Auswirkung auf nationale Bildungssysteme; den teilnehmenden Ländern gelang es nicht, die Programmergebnisse in hinreichendem Maße strategisch für die Anpassung ihrer Systeme zu nutzen.

Auf der Ebene der politischen Entscheidungsfindung zeigt sich die Wirkung der Programme ERASMUS (Hochschulbildung) und LEONARDO (Berufliche Bildung) bei der Entwicklung von EU-Instrumenten, die einer höheren Transparenz und einer besseren Anerkennung von Qualifikationen dienen. Dazu gehören insbesondere das Europäische System zur Anrechnung von Studienleistungen, der Europäische Qualifikationsrahmen (EQR) und das Europäische Leistungspunktesystem für die Berufsbildung (ECVET). Die Auswirkungen von COMENIUS (Schulbildung) und GRUNDTVIG (Erwachsenenbildung) sind hingegen eher auf lokaler Ebene zu finden.

Das Programm für Lebenslanges Lernen (LLL) wird weiterhin so gestaltet, dass die Ziele der EU-Politik für die allgemeine und berufliche Bildung, wie sie in der Lissabon-Strategie und im Arbeitsprogramm „Allgemeine und berufliche Bildung 2010“ festgelegt wurden, erfolgreicher unterstützt werden. Dies gilt nicht nur für die Bereiche Schule (Comenius), Hochschulbildung (Erasmus), Berufsbildung (Leonardo) und Erwachsenenbildung (Grundtvig), sondern auch für einen neuen Querschnittsbereich. Die Kommission kann die Schwerpunkte der jährlichen Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen für das LLL flexibel entsprechend der aktuellen politischen Entwicklung gestalten, wie z. B. für 2009 in Übereinstimmung mit der Initiative „Neue Kompetenzen für neue Beschäftigung“ oder dem Europäischen Jahr der Kreativität und Innovation.

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