03.04.2011Erasmus+ (2014 - 2020)

Ambitionierte Zukunftspläne: So könnte JUGEND IN AKTION 2.0 aussehen

Die Nationalen Agenturen für JUGEND IN AKTION legen ihren Vorschlag für ein neues Jugendprogramm ab 2014 vor.

Die Nationalagenturen des EU-Programms JUGEND IN AKTION haben auf zwei Treffen in Bütgenbach (Belgien) 2010 und in Budapest 2011 die Grundlinien eines künftigen Jugendprogramms, seine Ziele, Formate und Managementstrukturen, entworfen. Dabei bezogen sie beide grundlegenden Strategien ein, welche die EU-Politik in den kommenden Jahren bestimmen soll: Die EU-Leitinitiative "Youth on the Move" mit den Schlüsselelementen "Lebenslanges Lernen", "Beschäftigung", "soziale Integration und transnationale Lernmobilität" und den Erneuerten Rahmen für die jugendpolitische Zusammenarbeit in Europa (EU-Jugendstrategie).

Ganz klar, dass die Nationalagenturen zunächst die Spezifik des Jugendprogramms und seinen speziellen Weg der Umsetzung als Grund für den Erfolg der letzten 20 Jahre hervorheben. Deshalb müsse der Charakter des Programms als eigenständige Förderung nicht formalen und informellen Lernens, mit jugendspezifischen Zielen, Formaten und Aktionen, erhalten bleiben. Auch nach 2013 solle ein EU-Jugendprogramm zum Ziel haben, die Kompetenz von jungen Leuten zu entwickeln und zu verbessern, es sollte einen Beitrag zu einer themenzentrierten und transversalen Jugendpolitik liefern sowie aktive Bürgerschaft, interkulturellen Dialog, soziale Integration und Solidarität fördern.

Dafür müsse das Programm dazu beitragen, nicht-formales Lernen, Lernmobilität und Freiwillige Aktivitäten zu unterstützen und anzuerkennen, Jugendarbeit und ihre Qualität zu fördern sowie die europäische Kooperation und Forschung im Jugendbereich zu entwickeln. Vorgeschlagen wird also ein Programm, das junge Menschen, die Jugendarbeit und die Jugendpolitik in Europa unterstützen und weiterentwickeln soll. In all diesen Bereichen werden dazu mehrere Aktionen vorgeschlagen.

Drei Maßnahmearten sollen zur Kompetenzentwicklung junger Menschen, zu ihrer Integration und zur Entwicklung innovativer Zugänge und Methoden beitragen:

  1. lokale, regionale und transnationale Projekte, die es jungen Menschen ermöglichen, ihre Kompetenzen und Kreativität zu entwickeln. Diese Aktivitäten sollten vor allem benachteiligte junge Menschen ansprechen;
  2. kurzfristige Gruppenaktivitäten in europäischen oder Partnerländern, die interkulturelles Lernen fördern, 
  3. langfristige Freiwilligenprojekte in europäischen oder Partnerländern.

Vier Maßnahmearten sollen die Entwicklung der Jugendarbeit in Europa voranbringen. Die vier Aktionsbereiche sollen die Qualität der Jugendarbeit, unter anderem durch die Unterstützung der in der Jugendarbeit Tätigen, fördern:

  1. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendarbeit sowie Jugendorganisationen soll dabei geholfen werden, internationale Aktivitäten zu beginnen,
  2. die Weiterbildung von Jugendarbeiterinnen und -arbeitern soll gefördert werden,
  3. der Austausch von Erfahrungen und Innovationen soll ermöglicht werden,
  4. eine europäische Plattform, die Wissen und Strategien sammelt und die wissensbasierte Jugendarbeit weiterentwickelt, soll eingerichtet werden.

Für den Bereich der Jugendpolitik wünschen sich die Nationalagenturen einen Ansatz, der Jugendpolitik auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene und in allen teilnehmenden Ländern fördert und der außerdem die Kooperation aller jugendrelevanten Politikbereiche und Sektoren flankiert. Dafür sehen sie drei Maßnahmetypen vor:

  1. Aktivitäten, mit denen Entscheidungsträgern und Experten in der Jugendpolitik gute Praxis austauschen und Strategien für den Jugendbereich entwickeln können,
  2. Maßnahmen, die den Dialog zwischen jungen Menschen, Jugendarbeitern und Politikerinnen und Politikern fördern,
  3. sowie Aktivitäten, die partnerschaftliche Entwicklung und langfristige Kooperationen auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene im Jugendbereich festigen.

Mit ihrem Vorschlag entwerfen die Nationalagenturen ein Programm, das nicht nur durch finanzielle Unterstützung, sondern auch durch die Programmstruktur, durch Instrumente wie den Youthpass, die Vernetzung und Umsetzung durch die Nationalagenturen oder der SALTO Resource Centres und ihre Aktivitäten in den Programmländern zur Stärkung von Jugendarbeit und Jugendpolitik beitragen könnten. Damit sind die Zukunftspläne der Nationalagenturen so durchdacht wie ambitioniert. Ob sie aber angesichts der jüngsten Pläne der Kommission zu den künftigen EU-Förderprogrammen überhaupt zum Tragen kommen können, steht vorerst in den Sternen.

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