10.11.2008Freiwilliges Engagement

Alles beim Alten? Forderungen für den Freiwilligendienst in Europa

Der Jugendministerrat soll in seiner kommenden Sitzung am 21. und 22. November 2008 eine Entschließung zur Mobilität junger Freiwilliger in der EU verabschieden.

via Europäische Kommission

Am 20. Oktober 2008 hat die Arbeitsgruppe Jugend - die Gruppe, die die Sitzungen und Entscheidungen der Jugendminister vorbereitet - sich auf eine Entschließung geeinigt, um die Freizügigkeit junger Freiwilliger innerhalb der Europäischen Union zu verbessern. Nun ist der Ausschuss der Ständigen Vertretungen aufgefordert, den Vorschlag zur Annahme durch den Jugendministerrat weiterzuleiten.

In der Entschließung werden die Mitgliedstaaten ersucht, die Mobilität junger Freiwilliger in ganz Europa zu fördern, indem die Bedingungen für die Kooperation, zum Beispiel zwischen den Organisatoren von Freiwilligendiensten in verschiedenen Ländern, verbessert werden, ungeachtet, ob es sich um Akteure der Zivilgesellschaft handelt oder um staatliche Träger. Dafür sollen die Mitgliedstaaten vor allem folgende Maßnahmen ergreifen:

  • Das Wissen - also die Forschung - über den Freiwilligendienst in ihrem Land verbessern und die Ergebnisse der Kommission zur weiteren Verbreitung überlassen;
  • Informationen über Möglichkeiten des Freiwilligendienstes im Ausland so verbreiten, dass sie für junge Menschen und Mitarbeiterinnern und Mitarbeiter der Jugendarbeit leicht zugänglich sind;
  • Informationen über die Fördermöglichkeiten auf nationaler und europäischer Ebene verbreiten;
  • den Informationsaustausch über den Freiwilligendienst zwischen den Mitgliedstaaten verbessern und die Verfahren zwischen den Mitgliedstaaten erleichtern, um es mehr jungen Freiwilligen zu ermöglichen, in ein anderes Mitgliedsland zu gehen;
  • wo nötig flexiblere Ansätze für den transnationalen Freiwilligendienst einrichten, zum Beispiel, indem die Aufnahme-Kapazitäten erhöht werden, Informationsstellen gefördert werden, die Mobilität der Fachkräfte in der Jugendarbeit und von Jugendorganisationen unterstützt werden;
  • Information und Fortbildung von Aktiven der Jugendarbeit bei örtlichen Stellen und Behörden, in Jugendorganisationen und freien Trägern fördern;
  • das Bewusstsein bei jungen Leuten für die Notwendigkeit interkultureller Kompetenz und für das Sprachenlernen stärken;
  • die Organisatoren von Freiwilligendiensten ermutigen, Qualitätsentwicklungsmaßnahmen durchzuführen,
  • die Organisatoren – sowohl Aufnahme- wie Entsendestellen – auffordern, zusammenzuarbeiten und sich gemeinsam um den Schutz der Freiwilligen, vor allem durch umfangreiche gegenseitige Information, zu kümmern und zu untersuchen, welchen Maßnahmen zum sozialen Schutz der Freiwilligen benötigt werden (unter voller Ausnutzung der EU- und nationalen Gesetzgebungsmöglichkeiten);
  • Bildungserfolge, die durch den Freiwilligendienst erworben wurden, öffentlich anerkennen
  • Instrumente auf EU-Ebene, die den transnationalen Freiwilligendienst erleichtern, nutzen und bewerben, zum Beispiel Instrumente, die die Transparenz von Qualifikationen fördern, wie z.B. Europass, Youthpass oder der Europäische Qualifikationsrahmen;
  • und vor allem jungen Menschen mit weniger Möglichkeiten den Zugang zum transnationalen Freiwilligendienst erleichtern.
Die Kommission soll die Mitgliedstaaten dabei unterstützen, den Austausch von Informationen und Erfahrungen anregen und organisieren, ein „Europäisches Freiwilligen-Portal“ im Internet einrichten und fünf Jahre nach Annahme dieser Entschließung entscheiden, ob die vorgeschlagenen Maßnahmen effektiv wirken oder nicht. So richtig überzeugend ist das nicht. Denn alle Maßnahmen sollen den Rahmen der jeweiligen nationalen Gesetzgebungen zum Freiwilligendienst unangetastet lassen und beschränkt werden durch die nationalen Prioritäten, die lokalen Möglichkeiten und die zur Verfügung stehenden öffentlichen Mittel. Damit bleibt wahrscheinlich alles beim Alten?

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