Aktuelle Anliegen der jugendpolitischen Kooperation: der EU-Arbeitsplan für 2016-2018

Mit der Neuauflage des Arbeitsplans der EU für die Jugend hat der Rat der Jugendminister und -ministerinnen ein Follow-up-Programm für die Zeit von 2016 bis 2018 beschlossen.

Die Erfahrung mit dem Arbeitsplan für 2014 und 2015 hatte die beteiligten Staaten überzeugt, dass eine kohärente, längerfristige Arbeit dem Jugendbereich mehr Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit bringen kann und gleichzeitig die Umsetzung der EU-Jugendstrategie unterstützt.

In diesem Sinne enthält der Plan Vorhaben, die seit Langem Anliegen der jugendpolitischen Kooperation sind, wie beispielsweise die Stärkung und Qualitätsentwicklung der Jugendarbeit, die Partizipation junger Menschen sowie die Vermittlung europäischer Werte, aber auch die Befassung mit den Herausforderungen und Chancen des digitalen Zeitalters. Gleichzeitig wird die Umsetzung der EU-Jugendstrategie durch eine intensivere europäische Arbeit zum Beispiel zu Fragen der Rolle von Jugendpolitik und Jugendarbeit im Übergangsbereich und bei der sozialen Integration junger Menschen unterstützt.

Mit dem Arbeitsplan will der Rat außerdem auf ganz aktuelle Herausforderungen reagieren. Dazu gehört die Auseinandersetzung mit der Rolle des Jugendsektors bei der Verhinderung von Radikalisierung und Gewaltbereitschaft und mit der Bedeutung der wachsenden Zahl junger Migranten und Flüchtlinge in der EU für den Jugendbereich.

Mit dem Arbeitsplan – der auch die Schwerpunkte der alle sechs Monate wechselnden EU-Präsidentschaften integriert – soll auf der Basis einer detaillierten Maßnahmen- und Zeitplanung eine wissensbasierte und faktengestützte Jugendpolitik aufgebaut werden.

Die Arbeit an den Themen aus dem Arbeitsplan auf europäischer Ebene soll längerfristig zu einer Wissens- und Erkenntnisgrundlage führen, die die europäische Zusammenarbeit im Jugendbereich fördern und den Mitgliedstaaten Anregungen für ihr jugendpolitisches Handeln geben. Zugleich zielt der Plan auf die bereichsübergreifende Zusammenarbeit zu jugendrelevanten Themen. Hier ist das Anliegen, anderen Politikbereichen der EU die spezifischen Probleme junger Menschen zu vermitteln. Eine Verknüpfung mit den EU-Programmen ist vorgesehen, beispielsweise durch die Aufnahme jugendpolitischer Prioritäten aus dem Arbeitsplan in das jährliche Arbeitsprogramm für Erasmus+.

Studien, Peer-Learning Aktivitäten, Seminare und Expertengruppen sollen dazu beitragen, mehr Wissen und Fakten zu generieren. Besonders den Expertengruppen kommt eine wichtige Rolle zu, da sie Theorie und Praxis aus den Mitgliedstaaten zusammentragen und dem Rat Ergebnisse und fachliche Empfehlungen unterbreiten. Der Rat selbst hat die Aufgabe, die Ergebnisse jugendpolitisch zu bewerten und gegebenenfalls weitere Handlungen für die EU und die Mitgliedstaaten anzuregen.

Der Arbeitsplan benennt einerseits längerfristig relevante Themen, zugleich ist er aber offen für neue Themen. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres befasst sich der Rat mit der Rolle des Jugendsektors bei der Verhinderung von Radikalisierung und Gewaltbereitschaft und wird voraussichtlich Schlussfolgerungen zur Prävention von gewaltbereitem Extremismus verabschieden. Außerdem setzt sich der Rat mit der Förderung der Gesundheit und des Wohlergehens junger Menschen, auch im Hinblick auf die psychische Gesundheit, auseinander.

(JUGEND für Europa)

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