Ach, Europa! Das Eurobarometer Jugend

Unter dem Titel „Die Jugend Europas im Jahr 2014“ testete Eurostat die Stimmung unter den 16- bis 30-Jährigen in den 28 Mitgliedstaaten. Und die ist durchwachsen.

Finanzen, Demokratie und Lebensperspektiven stecken in einer Krise und so dreht sich auch das Lebensgefühl vieler Jugendlicher um die Frage, was ihnen Europa bringt. Wenig Gutes zunächst - mehr als die Hälfte der jungen Europäer, 57%, hat das Gefühl, dass sie in ihrem Land durch die Krise ausgegrenzt und vom wirtschaftlichen und sozialen Leben ausgeschlossen wurden.

Dennoch erscheint vielen die Zugehörigkeit ihres Landes zur Europäischen Union als Ausweg: Sieben von zehn jungen Europäern betrachten die Zugehörigkeit ihres Landes zur Europäischen Union in einer globalisierten Welt eher als Stärke. Die EU gilt immerhin 43% auch als persönlicher Ausweg. Sie möchten in einem anderen EU-Land arbeiten, studieren oder eine Ausbildung machen. Etwas mehr als ein Viertel der Befragten (26%) fühlt sich aufgrund der Krise sogar gezwungen, in einem anderen EU-Land zu studieren oder zu arbeiten. Die Meinung über die eigenen Berufs-, Schul- und Hochschulausbildungsmöglichkeiten gehen, wenn wundert’s, erheblich auseinander, auch wenn 55% der Befragten das landeseigene System positiv beurteilen.

Etwas mehr Zuversicht legen junge Menschen offenbar ausgerechnet in die politischen Möglichkeiten der Europäischen Union. So erscheint den jungen Europäern die Stimmabgabe bei Europawahlen als die beste Möglichkeit, am öffentlichen Leben in der EU teilzunehmen (44%). 23% sehen Partizipationsmöglichkeiten in Verbänden und Nicht-Regierungsorganisationen sowie in der Teilnahme an Debatten mittels Internet und sozialer Medien, gefolgt von der Teilnahme an Demonstrationen (22%).

Große Erwartungen richten sich an die Umsetzung demokratischer Werte in Europa. Nach Ansicht der jungen Europäer sollte das Europäische Parlament vordringlich die Menschenrechte (51% der Nennungen), die Redefreiheit (41%) und die Gleichstellung von Mann und Frau (40%) verteidigen. Und auch wenn die jungen Europäer das Internet und die sozialen Netzwerke intensiv nutzen, sind sie über deren Bedeutung für die Demokratie geteilter Meinung: 46% der jungen Europäer sehen soziale Netzwerke als Fortschritt für die Demokratie, während 41% denken, dass sie ein Risiko für die Demokratie darstellen – da scheinen sich schon die jüngsten Abhör-Enthüllungen abzubilden. 57% der befragten jungen Menschen sind schließlich der Ansicht, dass ihre Generation endlich eine tatsächliche Gleichstellung der Geschlechter erreichen wird. Aber immerhin 42% glauben nicht daran.

Ein sehr großer Teil unterstützt mit seinem Verhalten im Alltag den Erhalt der Umwelt und den Kampf gegen den Klimawandel, in erster Linie durch systematische Abfalltrennung (74%). Die Nutzung erneuerbarer Energien platziert sich deutlich an der Spitze der Lösungen, die aus Sicht der Befragten am effizientesten die Energieunabhängigkeit der EU sicherstellen (71%).

Die Meinungsumfrage, die im Auftrag des Europäischen Parlaments erfolgte, untersuchte die Einstellung der Jugendlichen zur Jugendarbeitslosigkeit, digitalen Revolution, Zukunft der EU, Nachhaltigkeit und den europäischen Werten und wurde im April 2014 durchgeführt.

(JUGEND für Europa)

Dokumente

  • European Youth in 2014

    Flash Eurobarometer of the European Parliament (EP EB395. Eurpoean Youth in 2014, Analytical Synthesis. Brussels, 28 April 2014
    Dieses PDF-Dokument mit dem Dateinamen "eb_395_synthesis_youth_en.pdf" ist 4,41 MB groß.

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