Was bleibt? Nutzung und Verbreitung der Projektergebnisse sollen verbessert werden

Die Generaldirektion Bildung und Kultur hat ihre Mechanismen zur Verbreitung und Nutzung von Projektergebnissen untersuchen lassen. Vorbildlich ist unter anderem die Arbeit von SALTO und von JUGEND für Europa.

via Generaldirektion Bildung und Kultur

Wenn EU-Programme und -Initiativen ihre gewünschte Wirkung erzielen sollen, müssen die Ergebnisse für die Endnutzer erstens von Relevanz sein und zweitens an möglichst viele Anwender effektiv verbreitet und von diesen effektiv genutzt werden. Welche systematischen Verfahren, Mittel und Wege gibt es dafür? Wie könnten Sie verbessert werden? ECOTEC Research & Consulting Ltd. hat im Auftrag der Kommission untersucht, wie innerhalb der Programme und Initiativen der Generaldirektion Bildung und Kultur für die Verbreitung und Nutzung der Projektergebnisse gesorgt wird. Die Evaluation befasste sich sowohl damit, was bisher bereits erreicht wurde, als auch damit, was erreicht werden kann – wenn denn die Bemühungen um die Verbreitung und Nutzung von Programm- und Projektergebnissen intensiviert werden. Ihr Gegenstand waren die Hauptprogramme und -initiativen der GD Bildung und Kultur zwischen 2000 und der ersten Hälfte des Jahres 2005 sowie die Pläne für die Verbreitung und Nutzung der Ergebnisse in der neuen, für 2007-2013 vorgeschlagenen Programmgeneration.

Die Verbreitung der Projektergebnisse wird durchweg positiv bewertet: Dabei finden neben Publikationen auf Papier, Adressenlisten in postalischer und elektronischer Form, Websites, Datenbanken, CD-ROMs und anderen audiovisuellen Materialien auch Preise und Prämien/Auszeichnungen Anwendung. Als wichtigste Nutzungsmechanismen galten die Zusammenarbeit mit politischen Entscheidungsträgern und anderen interessierten Gruppen, politische Diskussionen, Anwesenheit bei und Organisation von Veranstaltungen, Sonderaufrufe zu und Aktionen für Verbreitung und Nutzung, Diskussionsforen, Konzepte der Nachhaltigkeit, Übertragung von Ergebnissen auf neue Kontexte, Vermarktung der Projektergebnisse und die Anrechnung von Mobilitätszeiträumen.

Auf Ebene der Mitgliedstaaten - so die Studie - sind Verbreitung und Nutzung dann besonders erschwert, wenn die EU-Politiken und -Programme nicht gut in die staatlichen Politiken und Programme integriert sind. Hier haben die Nationalagenturen, gemeinsam mit dem Projektveranstaltern, eine wichtige und positiv hervorgehobene Funktion, weil sie sich durch ihre Kontakte mit politischen Entscheidungsträgern auf nationaler Ebene und anderen interessierten Gruppen (wie Regional- und lokale Behörden) hervorragend zur Verbreitung und Nutzung von Projekt- und Programmergebnissen auf der nationalen Ebene eignen. Sie haben mitunter auch Synergiewirkung, wenn beispielsweise nationale Projektergebnisse miteinander verknüpft und Beispiele von bewährten Praktiken auf nationaler Ebene erfasst werden.

Als positive Beispiele für gelungene Instrumente werden verschiedene Projekte der SALTO Resource Centres und von JUGEND für Europa hervorgehoben. Besonders gelobt wird dabei die SALTO-Toolbox Datenbank mit Übungen, Planspielen etc. (u.a. aus JUGEND-Projekten). Als ausführliche Fallstudie wird das Projekt EuroPeers der Deutschen Agentur JUGEND vorgestellt. Hier organisierten 80 junge ehemalige Europäische Freiwillige mit Unterstützung der Nationalagentur während der Jugendwoche vom 5.-11.Dezember 2005 ca. 100 Veranstaltungen in Schulen und Jugendeinrichtungen, auf denen sie ihre Erfahrungen im Europäischen Freiwilligendienst vorstellten und gleichzeitig für das Programm warben.

Die Studie kam zu dem Schluss, dass manche Programme und Initiativen sich eher zur Verbreitung und Nutzung von Ergebnissen eignen als andere. Daher empfehlen die Evaluatoren, für jedes Programm und jede Initiative eine eigene Strategie einzuführen, welche die Ziele der Verbreitung und Nutzung zu den geplanten Ergebnissen in Beziehung setzt, das Zielpublikum der Ergebnisse berücksichtigt und in Betracht zieht, wie diese Anwender von möglichen Ergebnissen profitieren können und wie man sie am leichtesten erreicht. Die Projektveranstalter sollten angehalten werden, über die Verbreitung und Nutzung ihrer Ergebnisse zu berichten.

Dazu bedarf es allerdings entsprechender Ressourcen, stellt die Studie fest. Wenn den Projektveranstaltern zu viel aufgebürdet werde, sie aber nicht die richtige Hilfestellung erhielten, könne die Qualität der Verbreitungs- und Nutzungsaktivitäten darunter leiden. Deshalb müssten die zuständigen Kommissionsreferate und Nationalagenturen mit Finanzen und besonderen Maßnahmen Unterstützung bieten.

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