Vereinte Nationen: Trotz besserer Ausbildung bleiben viele Jugendliche arm

Die bestausgebildete Generation kämpft mit vielen sozialen Risiken, sagt der Weltjugendbericht 2007 der UN.

via UNO-Informationsdienst, Die Vereinten Nationen in Wien

Der "Weltjugendbericht 2007 - Übergang vom Jugend- zum Erwachsenenalter: Fortschritt und Herausforderungen" der UN untersucht die Herausforderungen und Möglichkeiten der rund 1,2 Mrd. jungen Menschen zwischen 15 und 24 Jahren weltweit. Die Untersuchung richtet sich nach den 15 Schwerpunkten des "Weltaktionsprogramms für die Jugend" der Vereinten Nationen (siehe NEWS). Die 1,2 Milliarden jungen Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren, die 18 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen, sind ein wichtiger und ausschlaggebender Teil des Entwicklungsprozesses unserer Gesellschaften, wie der Weltjugendbericht zeigt. Niemals zuvor hatte diese Altergruppe einen so großen Anteil an der Gesamtbevölkerung.

Der Bericht stellt fest, dass heutige junge Generation die bestausgebildete in der Geschichte ist. Investitionen in die Jugend sind in allen Regionen über die Jahre hinweg verbessert und der Zugang Jugendlicher zu Bildung ist ausgeweitet worden. Weitaus mehr Jugendliche als jemals zuvor, inklusive Mädchen, haben die Grundschule abgeschlossen und viele verfügen nun über den Zugang zu höherer Bildung.

Dennoch ist der Übergang zum Erwachsenenalter in allen Regionen der Welt für viele Jugendliche durch Armut und Arbeitslosigkeit geprägt und der Zugang zu qualitativer Bildung, angemessener Arbeit, Gesundheitsdiensten und anderen öffentlichen Diensten verstellt und abhängig von finanziellen Möglichkeiten. Weil in den meisten Länder die Jugendarbeitslosigkeit hoch ist, wenden sich viele junge Menschen dem informellen Sektor zu, wo sie lange Arbeitszeiten haben, geringes Einkommen beziehen und über keine soziale Sicherheit verfügen. Während einerseits die Jugend von der Globalisierung und dem damit verbunden Politikwandel profitiert hat, ist sie zugleich auch Opfer des Prozesses. Denn das Schrumpfen des Arbeitsmarkts in Verbindung mit der Globalisierung betrifft Jugendliche häufig als erstes: Sie werden oft als letzte angestellt, aber als erste wieder entlassen.

In vielen Teilen der Welt haben Jugendliche nur eingeschränkten Zugang zu qualitativer medizinischer Versorgung. Mangelnde Bildung und Verhütung führt zu frühen Schwangerschaften, die Gesundheitsrisiken bergen und die zukünftigen Chancen der jungen Mütter verringern. Die zunehmende Zahl neuer Gesundheitsrisiken, vor allem die HIV/Aids-Epidemie, haben die Schwierigkeiten erhöht, denen Jugendliche in mehreren Regionen gegenüberstehen, vor allem in Afrika und in den Transformationsländern Osteuropas.

Ein besonderes Augenmerk legt der Bericht auf die Mädchen. Deren bessere Bildung habe nämlich nicht zu verbesserten Arbeitsplatzchancen geführt. Besondere Anstrengungen müssen daher unternommen werden, um die Fähigkeiten junger Frauen auszubilden, damit sich ihre Anstellungschancen erhöhen und die Gehaltsunterschiede zwischen Mann und Frau beseitigt werden. Empfohlen werden daher geschlechtssensible Programme, inklusive Sexual- und Fortpflanzungsmedizin.

Der Weltjugendbericht sieht Migration als allgemeine Antwort der Jugendlichen aus Entwicklungsregionen. Von Asien bis Afrika, von Lateinamerika bis zu kleinen Entwicklungsinselstaaten - Jugendliche, die wenige Alternativen vor Ort haben, emigrieren in großer Zahl auf der Suche nach Chancen im Ausland. Der Bericht stellt jedoch fest, dass die soziale Integration von Emigranten ungenügend bleibt.

Der Weltjugendbericht 2007 ruft Politiker auf, die Hürden, die die Teilnahme von Jugendlichen an der Entwicklung ihrer Gesellschaft behindern, anzugehen. Der Bericht legt dar, dass Jugendliche nicht passiv auf Lösungen warten, die man ihnen reicht, sondern aktiv nach Lösungen suchen. In einem förderlichen Umfeld, das Zugang zu qualitativer Bildung, fairen Arbeitschancen und Gesundheitsversorgung bietet, kann die Jugend wichtige Beiträge für den Fortschritt der Welt machen, für die sie viele Jahrzehnte verantwortlich sein werden.

Dokumente

  • World Youth Report 2007

    Young People’s Transition to Adulthood: Progress and Challenges, United Nations, Department of Economic and Social Affairs, New York, Dezember 2007
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