Heute hat die Kommission die Mitteilung "Die Solidarität zwischen den Generationen fördern" mit dem Ziel angenommen, die Mitgliedstaaten bei der Bewältigung der demografischen Herausforderung zu unterstützen.
In der Mitteilung wird untersucht, wie die Europäer einen gelungeneren Ausgleich zwischen Arbeits- und Familienleben erreichen können. Sie beschäftigt sich auch mit der Frage, wie sich Familien am zweckmäßigsten unterstützen lassen, damit die Eltern so viele Kinder haben können, wie sie wünschen - sehr niedrige Geburtenraten sind in vielen Mitgliedstaaten Anlass zu Besorgnis und aus Studien geht weiterhin hervor, dass Europäer gerne mehr Kinder hätten. In der Mitteilung werden Unterschiede zwischen nationalen Maßnahmen und Bereiche hervorgehoben, in denen die Mitgliedstaaten voneinander lernen können, insbesondere mithilfe der Europäischen Allianz für Familien, wie dies vom Europäischen Rat auf seiner Frühjahrstagung im März gefordert worden ist.
"Viel zu häufig müssen Männer und insbesondere Frauen in Europa immer noch die schwierige Wahl zwischen Familienleben und einer erfolgreichen Karriere treffen. Wir müssen die Bedingungen dafür schaffen, dass Menschen beides erreichen können", bemerkte Vladimír Špidla, der für Beschäftigung, soziale Angelegenheiten und Chancengleichheit zuständige Kommissar. Er fügte hinzu: "Frauen müssen immer noch den Löwenanteil der Betreuungsarbeit leisten, somit wird man weiterhin, wenn wir nicht den Anliegen Geschlechtergleichstellung und Chancengleichheit mehr Aufmerksamkeit widmen, mit niedrigen Geburtenraten leben müssen. Europa wird seine Beschäftigungsziele nicht erreichen und wir werden die Zielsetzung eines wohlhabenderen und stärker integrativen Europas nicht verwirklichen".
In der Mitteilung werden drei Bereiche hervorgehoben, in denen die Mitgliedstaaten, die Sozialpartner und die Zivilgesellschaft sowie auch die EU eine bedeutsame Rolle spielen können, damit die Europäer eine bessere Vereinbarkeit von Berufs- und Familienleben erreichen können:
Auch die Sozialausgaben für Familien und Kinder schwanken je nach Land zwischen 0,7 % und 3,9 % des BIP, wobei man in den südlicheren Ländern eher dazu neigt, sich bei Betreuung und Unterstützung auf Familienmitglieder zu verlassen. Natürlich weisen Länder, die in Bereichen wie gleicher Zugang zur Beschäftigung, Elternurlaub für Männer und Frauen sowie gleiche Entlohnung eine familienfreundliche Politik betreiben, im allgemeinen höhere Geburtenraten auf, und sie verzeichnen mehr berufstätige Frauen. Einige dieser Länder gehören bei Arbeitsplatzschaffung und Wachstum zu den leistungsfähigsten. Aus den Unterschieden bei der Art und Weise, in der die Länder die Unterstützung von Familien handhaben, lässt sich ersehen, wie viel sie voneinander lernen könnten.
In der Mitteilung wird dargelegt, wie die Europäische Allianz für Familien als eine Plattform für den Austausch von Wissen und Erfahrungen in Erscheinung treten soll. Als Erstes wird eine für Juni geplante hochrangige Gruppe von Regierungssachverständigen für Fragen der Demografie eingerichtet. Zu den übrigen Stellen, die Beispiele für bewährte Verfahren erfassen sollen, gehört die Europäische Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen. Die Kommission wird sie auffordern, Beispiele für erfolgreiche Maßnahmen auf lokaler Ebene und am Arbeitsplatz zu sammeln. Auch durch das 7. Rahmenprogramm für Forschung und technologische Entwicklung sollen Forschungsarbeiten zu Fragen der Demografie und zum Thema Familien gefördert werden.
Von besonderer Bedeutung ist das Potenzial an EU-Mitteln für eine zusätzliche Unterstützung von Familien durch eine bessere Vereinbarkeit von Arbeitsleben sowie Privat- und Familienleben. Der Europäische Sozialfonds (ESF) bietet Finanzierungsmöglichkeiten, damit die Menschen mehr Aussichten haben, eine Arbeitsstelle mithilfe von Bildungsmaßnahmen oder einfach einer besseren Kinderbetreuung zu finden. Will man jedoch bessere Rahmenbedingungen für Familien schaffen, sind dafür zweckmäßigere Maßnahmen zur Geschlechtergleichstellung und ein Mehr an Chancengleichheit erforderlich. Vonnöten sind auch kombinierte Bemühungen und ein Einsatz von staatlichen Stellen auf unterschiedlichen Ebenen, der Sozialpartner und der Zivilgesellschaft. Sicherstellen, dass die Europäer die erforderliche Unterstützung bekommen, um Kinder aufzuziehen, Familienmitglieder zu betreuen und dabei eine erfolgreiche Berufslaufbahn zu verfolgen – dies ist von entscheidender Bedeutung für den Erfolg der Lissabon-Strategie der EU für Wachstum und Beschäftigung.
Hintergrund
Die heutige Mitteilung schließt sich an die Mitteilung "Die demografische Zukunft Europas - Von der Herausforderung zur Chance" an; diese führt fünf Bereiche auf, in denen man die demografische Herausforderung in Angriff nehmen muss: demografische Erneuerung, mehr Beschäftigung und ein längeres aktives Leben, höhere Produktivität, Integration von Migranten und zukunftsfähige öffentliche Finanzen .