Junge Europäerinnen und Europäer haben ein positives Bild von der EU und verbinden damit vor allem europaweite Bewegungsfreiheit. Und – Überraschung! - sie sind interessiert an Politik. Aber sie wollen gefragt werden.
Das Gute zuerst: Jugendliche zwischen 15 und 30 Jahren verbinden mit der EU viel Positives: Die Freiheit, überall in der EU zu reisen, zu studieren und zu arbeiten (90%), ein Schutz für Bürgerrechte (72%), eine Verbesserung der ökonomischen Situation in der EU (71%). Kritisch sagen aber auch 40%, die EU sei "eine Menge Bürokratie, eine Verschendung von Zeit und Geld". 35% sehen die Gefahr, "die kulturelle Identität bzw. Verschiedenheit zu verlieren".
Auch die Zukunft wird prima: 92% erwarten in 10 Jahren noch mehr Bewegungsfreiheiten, 73% bessere Möglichkeiten, Arbeit zu finden, 71% mehr Gleichheit zwischen Männern und Frauen, 68% weniger Diskriminierung gegenüber Fremden und Menschen aus anderen ethnischen Gruppen und 67% sehen generell mehr Lebensqualität heraufziehen. Dabei blicken Jugendliche aus den 12 neuen Mitgliedstaaten durchweg positiver in die Zukunft als die "alten" 15.
Und was machen sie sonst so? Sie bewegen sich gern, treffen gern Freunde, Mädchen lesen lieber als Jungs, die surfen dafür mehr im Internet, ach ja, und die Jugendliche in den 12 zuletzt beigetretenen Staaten helfen mehr im Haushalt als die aus den anderen 15. Anderes lässt schon eher aufhorchen, auch wenn es nicht wirklich überrascht: Mitgliedschaften in Organisationen sind nicht gerade beliebt, nur 22% sind es EU-weit, und davon fast die Hälfte in einem Sportverein. Auch das Interesse an Freiwilligenaktivitäten ist nicht überwältigend. Ganze 2% betätigen sich ehrenamtlich.
Dafür bekunden die befragten Jugendlichen ihr Interesse an Politik und lokalen oder regionalen (73%), nationalen (82%) und europäischen Fragen (66%). Mehr Engagement können sie sich vorstellen, wenn sie vor öffentlichen Entscheidungen, die sie betreffen, gefragt werden (81%), wenn es mehr Freiwilligen- und Ehrenamts-Programme gäbe (74%) oder es mehr Angebote zur politischen Bildung in der Schule gäbe. Eine Möglichkeit politischer Einflussnahme sehen die Jugendlichen vor allem in Diskussionen mit Politikern (29%), schon weniger (16%) in der Mitarbeit in einer politischen Partei. Nur 19% sehen in der Herabsetzung des Wahlalters eine Maßnahme, die den gesellschaftlichen Einfluss von jungen Menschen erhöhen würde.
Die Erhebung, die von Januar bis Februar 2007 mit 19.0000 Jugendlichen durchgeführt wurde, bezog sich auf alle 27 Mitgliedstaaten. Diese Anzahl und die Ausweitung der Alterspanne von 15-30 Jahren unterschieden die Befragung von den vorangegangenen in den Jahren 1982, 1987, 1990, 1997 und 2001. Die Fragen wurden zu sechs Themenbereichen gestellt: