Die Bundesregierung hat eine kleine Anfrage der FDP zu den Programmen der Europäischen Union zur Jugendförderung beantwortet. Die Zahlen zum JUGEND-Programm werden detailliert aufgeschlüsselt.
Die Bilanz liest sich beeindruckend. So wurden über das Aktionsprogramm JUGEND allein von 2004 bis 2006 fast 5.000 Einzelprojekte gefördert. 27,8 Millionen Euro wurden dafür an 1.535 Organisationen und Einrichtungen weitergeben. Die Förderung umfasst unter anderem internationale Jugendbegegnungen, Europäische Freiwilligendienste und grenzüberschreitende Jugendinitiativen. Zusätzlich stellt die Bundesregierung aus Mitteln des Kinder- und Jugendplans des Bundes ca. 1.125 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung, mit dem vor allem die Infrastruktur einschließlich der Datenbanken der Deutschen Agentur "JUGEND für Europa", von "SALTO" und "EURODESK" (mit-)gefördert werden und unterstützt mit Hilfe des Internationalen Jugendaustausch- und Besucherdienstes e. V. dezentrale Informationsstellen (Eurodesk-Dezentralen) an etwa 30 Standorten in Deutschland. Dies erklärt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP.
Diese hatte es genau wissen wollen. Um Transparenz bei der Mittelvergabe zu gewährleisten und um einen Vergleich der einzelnen Bundesländer bei der Inanspruchnahme dieser Mittel zu erhalten, sei eine Aufschlüsselung der EU-Förderung für Jugendprojekte nach den einzelnen Trägern, Projekten und Bundesländern zweckdienlich. Immerhin bildeten die Aktionsprogramme der EU zur Jugendförderung einen wichtigen Beitrag im Bereich der Jugendbildung, der Jugendarbeit und des internationalen Jugendaustauschs, so die Begründung. Nun ist auf 37 Seiten, nach Bundesländern sortiert, nachzulesen, wer wie viel bekommen hat.
Richtig interessant ist die Beteiligung von Organisationen und Einrichtungen aus den neuen Bundesländern. Die waren nämlich am Programm JUGEND in den Jahren 2004 - 2006 gemessen an ihrem möglichen Anteil in Bezug auf die Jugendlichen der fraglichen Altersgruppe überdurchschnittlich vertreten. Ca. 31% aller Fördermittel (neue Bundesländer ohne Berlin) und ca. 47% (mit Berlin) wurden an diese Antragsteller vergeben. Gründe dafür sind der breite Kreis von potentiellen Begünstigten, die unterdurchschnittlich zur Verfügung stehenden Mittel für internationale Jugendarbeit auf länder- und kommunaler Ebene in den neuen Ländern und die erhöhte Bereitschaft von ostdeutschen Jugendlichen und Organisationen sich auf internationale Kooperationen einzulassen (auch weil dies als gute Chance angesehen wird, durch interkulturelle Lernerfahrungen und Formen des nicht formalen Lernens die Berufsperspektiven zu verbessern).
Übrigens: Über die europäischen Bildungsprogramme SOKRATES und LEONARDO, die der Förderung der Mobilität von Schülerinnen und Schülern, Auszubildenden und Studierenden sowie der Fortbildung von Erwachsenen im Bereich der Jugendarbeit dienen, hat die Regierung nach eigener Aussage keine Informationen bezüglich der Mittelvergabe.