Rat der EU: Tagung des Rates für Bildung, Jugend, Kultur und Sport

Der Rat für Bildung, Jugend, Kultur und Sport hat am 20.02.2020 eine Entschließung zur allgemeinen und beruflichen Bildung im Rahmen des Europäischen Semesters angenommen. Erasmus+ als Teil der europäischen Strategie für eine ausgewogene Mobilität Hochqualifizierter.  

Das allgemeine Ziel der Entschließung ist die Gewährleistung fundierter Diskussionen über Reformen und Investitionen im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung sowie ihrer Wirkung auf die wirtschaftspolitische Steuerung innerhalb der Europäischen Union. Die Bildungsminister/-innen bzw. ihre Vertretungen hoben in der Diskussion und im Entschließungstext die Bedeutung der allgemeinen und beruflichen Bildung für die wirtschaftspolitische Steuerung der Europäischen Union hervor. Sowohl innerhalb des Europäischen Semesters, dem Steuerungsprozess zur Unterstützung der Mitgliedstaaten bei der Koordinierung ihrer Wirtschafts-, Beschäftigungs- und Haushaltspolitik, als auch in der Beschäftigungs- und Wachstumsstrategie Europa 2020 werden Reformen und Investitionen in die allgemeine und berufliche Bildung betrachtet. Diese können, so die  Entschließung, Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit fördern, und positive Auswirkungen haben.

Daher fordert der Rat, den Beitrag des Bereichs der allgemeinen und beruflichen Bildung besser zur Geltung zu bringen, konkret, in den Diskussionen über das Europäische Semester und seine wirtschaftspolitischen Steuerungsprozesse, z. B. dank einer verbesserten Unterrichtung des Ausschusses für Bildungsfragen über den Prozess des Europäischen Semesters. Ferner werden Mitgliedstaaten und die Europäische Kommission ersucht, den Monitor für die allgemeine und berufliche Bildung (ET Monitor) weiter zu fördern. In diesem Bericht werden die Fortschritte der Länder bei der Verwirklichung der Ziele des strategischen Rahmens für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung 2020 (ET 2020) aufgezeigt.

Darüber hinaus wird die Kommission aufgefordert, ihre Mitteilung über den europäischen Bildungsraum vorzulegen, einschließlich des strategischen Rahmens für die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung nach 2020. Die Zusammenarbeit deckt alle Ebenen und Sektoren der allgemeinen und beruflichen Bildung unter dem Gesichtspunkt des lebenslangen Lernens ab. Der kroatische Ratsvorsitz informierte die Ratsmitglieder, dass sich die, zunächst unter kroatischem Vorsitz geplante, Verabschiedung des Rahmens für die Zusammenarbeit nach 2020 auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung verzögert und nicht im ersten Halbjahr 2020 stattfinden wird. Dies ergebe sich aus dem Arbeitsprogramm der Kommission.

Im Anschluss tauschten sich die anwesenden Regierungsvertreter/ -innen über die Mobilität Hochqualifizierter (brain circulation) innerhalb der EU aus. Das Diskussionspapier des kroatischen Ratsvorsitzes betont die Bedeutung einer ausgewogenen, zirkulären Mobilität Hochqualifizierter, die die treibende Kraft eines europäischen Bildungsraums sei. Grenzüberschreitende Mobilität fördere interkulturelle und Sprachkompetenzen, erhöhe die Chancen auf dem Arbeitsmarkt und unterstütze die Persönlichkeitsentwicklung. Allerdings könnten unausgewogene Wanderungsbewegungen von Fachkräften innerhalb Europas zu Verlust von Humankapital in großem Umfang führen, in Form von Wissensvergeudung (brain waste) oder Abwanderung von Qualifizierten (brain drain). Aktuelle europäische Zahlen verdeutlichten diese unausgewogene Verteilung: 98% der mobilen Arbeitskräfte leben in der EU-15/EFTA, davon 74% in Deutschland, Großbritannien, Italien, Frankreich und Spanien. Um die positiven Effekte der Mobilität Hochqualifizierter zu unterstützen, fordert das Diskussionspapier die Mitgliedstaaten und die Kommission zur Entwicklung von Maßnahmen und Strategien für eine ausgewogene Mobilität innerhalb der Union. Hierzu gehören, so der kroatische Ratsvorsitz, auch das Programm Erasmus+ (inkl. Nachfolgeprogramm Erasmus+ 2021-2027).

LINK Ergebnisse der Ratstagung (PDF)

(JUGEND für Europa)

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