14.02.2011Nicht formale Bildung

Nicht formale und informelle Lernergebnisse: Wichtige Bausteine für Lebenslanges Lernen

Verschiedene katholische Träger und Einrichtungen der Jugend- und Erwachsenenbildung aus Deutschland und Österreich haben in einer Stellungnahme nicht formale und informelle Lernmöglichkeiten als wichtige Bausteine in einer Strategie des Lebenslangen Lernens bezeichnet.

Im Rahmen der Europa 2020 Strategie hatte die EU-Kommission die Anerkennung von nícht formalen und informellen Lernergebnissen als Teil der Initiative "Youth on the Move" angekündigt und eine Reihe von Initiativen entwickelt. Dazu gehörte auch ein Konsultationsverfahren zur Anerkennung und Förderung nicht formaler und informeller Lernergebnisse, an dem sich die Träger nun mit ihrer Stellungnahme beteiligten. Unterschrieben wurde der Text von

  • Arbeitsgemeinschaft katholischer sozialer Bildungswerke in der Bundesrepublik Deutschland (aksb), Bonn
  • Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj), Düsseldorf
  • Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS), Düsseldorf
  • Deutscher Caritasverband e.V., Referat Kinder- und Jugendhilfe, Freiburg
  • Katholische Bundesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung (KBE), Bonn
  • Katholische Jugend Österreich (KJÖ), Wien
  • Meinwerk-Institut Paderborn; Paderborn

Die außerschulische Bildung biete nach Ansicht der beteiligten Träger nicht nur zahlreiche Möglichkeiten, berufsrelevante Kompetenzen und Fähigkeiten zu erwerben, sondern auch als Spezifikum für Menschen Chancen jenseits von Zwängen formaler Systeme ihre Talente und Vorlieben zu erkennen und zu entwickeln. Empirische Studien hätten gezeigt: Außerschulische Bildung fördere die Persönlichkeitsentwicklung und das ehrenamtliche Engagement. Sie eröffne über niedrigschwellige Angebote Bildungsfernen Wege zum formalen Bildungssystem und ermögliche Arbeitslosen den Wiedereinstieg in das Berufsleben.

In der Stellungnahme betonen die Träger aus den Erfahrungen ihrer Arbeit die Bedeutung der nicht formalen Bildung für den Erwerb von Schlüsselkompetenzen für das Lebenslange Lernen, wie sie auf europäischer Ebene im Rahmen der Empfehlung zu Schlüsselkompetenzen (siehe NEWS) für lebensbegleitendes Lernen verankert sind. Unter den acht dort genannten Schlüsselkompetenzen befinden sich auch Soziale Kompetenz und Bürgerkompetenz. Die nicht formale Bildung leiste einen entscheidenden Beitrag zum Förderung dieser Kompetenzen in breiten Bevölkerungsschichten.

Mit der europäischen Initiative zur Anerkennung nicht formaler Lernergebnisse bestehe nun die Chance, den außerschulischen Bereich als eigenen Bildungsbereich aufzuwerten und so seiner tatsächlichen Bedeutung im Prozess des Lebenslangen Lernens Rechnung zu tragen. Hierzu sei aus Sicht der katholischen Träger eine stärkere Berücksichtigung der bisher eingesetzten Instrumente notwendig. Zu ihnen gehören Europass, Youthpass, das Europäische Leistungspunktesystem für die Berufsbildung (ECVET) und der Europäische Qualifikationsrahmen (EQR). Die Europäischen Leitlinien für die Validierung nicht formalen und informellen Lernens, die 2009 durch CEDEFOP veröffentlicht wurden, könnten zudem als ein Referenzdokument bei der Anerkennung von nicht formalen Lernergebnissen angesehen werden.

Befürwortet wird in der Stellungnahme auch die Berücksichtigung von nicht formalem und informellem Lernergebnissen in den nationalen Qualifikationsrahmen. Nur so bestünde eine reale Chance, dass unter Wahrung ihrer Besonderheit non-formal erworbene Kompetenzen langfristig auch in beruflichen Kontexten anerkannt würden.

Dokumente

  • Stellungnahme zum EU-Konsultationsverfahren zur Anerkennung und Förderung non-formaler und informeller Lernergebnisse

    Stellungnahme vom 9.2.2011 im Auftrag folgender Träger und Organisationen: Arbeitsgemeinschaft katholisch-sozialer Bildungswerke in der Bundesrepublik Deutschland (AKSB), Bonn Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj), Düsseldorf Katholische Bundesarbeitsgemeinschaft Erwachsenenbildung (KBE), Bonn Meinwerk-Institut, Paderborn (Träger: IN VIA Deutschland e.V.), Paderborn Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit, Düsseldorf Deutscher Caritasverband e.V., Referat Kinder- und Jugendhilfe, Freiburg Katholische Jugend Österreich (KJÖ), Wien
    Dieses PDF-Dokument mit dem Dateinamen "Stellungnahme.pdf" ist 124,15 kB groß.

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