Nationaler Beirat begrüßt jugendpolitische Ausrichtung des neuen JUGEND-Programms

Der Nationale Beirat für das EU-Aktionsprogramm JUGEND beim Bundesjugendministerium nahm Stellung zum neuen Programm „JUGEND in Aktion“. Er sieht große Fortschritte, macht aber auch viele Verbesserungsvorschläge.

via JUGEND für Europa

In seiner Stellungnahme zum Entwurf des Programms „JUGEND in Aktion“ (2007-2013) begrüßt der Beirat die Tatsache, dass es auch in Zukunft ein eigenständiges Programm für die Unterstützung der europäischen Zusammenarbeit im Jugendbereich geben werde. Dies und die angestrebte engere Verbindung zwischen der europäischen Politik und dem Aktionsprogramm unterstreiche die politische Zielsetzung des Programms und gebe ihm eine größere jugendpolitische Bedeutung. Das vorgeschlagene Programm biete einen Rahmen, um auf politische Entwicklungen in der europäischen Zusammenarbeit im Jugendbereich reagieren zu können. Es sei außerdem dazu geeignet, um die offene Methode der Koordinierung sowie den Querschnittsansatz in der Jugendpolitik der EU zu unterstützen.

Auch das Ziel, die „aktive Bürgerschaft“ von Jugendlichen zu fördern, wird als Fortschritt gewertet, da es ausdrücklich einen europapolitischen Anspruch an das Programm stellt. Daneben werden die neuen, flexibilisierten Altersgrenzen sowie die Erweiterung der Zahl der Programmländer und die klarere Aufgabenverteilung zwischen EU-Kommission, den Programmländern und den Nationalen Agenturen befürwortet.

Der Nationale Beirat macht aber auch zahlreiche Verbesserungsvorschläge. So möchte man, dass die Ziele des Programms Jugendliche als Personen, und dann erst in ihrer Funktion als Bürger anspreche. Alle Ziele bezögen sich nur insofern auf Jugendliche, als diese das Funktionieren der europäischen Gesellschaft gewährleisten sollten, moniert der Beirat. Statt dessen sei deren persönliche Entwicklung und Identitätsbildung in den Mittelpunkt zu stellen.

In diesem Sinn sei auch der Begriff der „aktiven Bürgerschaft“, „aktiven Staatsbürgerschaft“ oder „Unionsbürgerschaft“ zu klären. „Politische Bildungsarbeit“, so der Beirat, „hat als eigene Disziplin etwa im deutschen Sprachraum eine besondere – theoretisch fundierte und praktisch erprobte – Tradition. Aus diesen Erfahrungen, aber auch aus den Erfahrungen anderer EU-Länder können Anregungen zur Klärung des Begriffs der „aktiven Bürgerschaft“ gewonnen werden.“

Auch an anderen Stellen mahnt der Beirat klarere Definitionen an: So müsse der Begriff „benachteiligte Jugendlichen“ personen- und situationsbezogen gefasst werden, flexibel gehandhabt und regelmäßig in der Anwendung überprüft werden. Vor allem für die Beschreibung der Maßnahmen für den Europäischen Freiwilligendienst werden viele Begriffs- oder Beschreibungsunklarheiten aufgeführt. Die Verbindung des Freiwilligendienstes mit Großereignissen und Entwicklungshilfeprojekten hält man für pädagogisch problematisch. Auch das pädagogische Spezifikum der Aktion „Jugend für die Welt“ werde nicht deutlich.

Der Beirat wird für die weitere Diskussion der Programmentwicklung in den nächsten Monaten Vorschläge zu den einzelnen Abschnitten des Programmvorschlags machen.

Mehr Informationen über den Nationalen Beirat finden Sie unter www.jugendfuereuropa.de

Dokumente

  • Stellungnahme des Nationalen Beirats für das EU-Aktionsprogramm JUGEND

    zum Vorschlag der Europäischen Kommission für einen Beschluss des Europäischen Parlaments und des Rates über die Durchführung des Programms „Jugend in Aktion“ im Zeitraum 2007-2013 (KOM(2004)471 vom 14.07.2004)
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