Die von ECORYS / Niederlande im Auftrag der Generaldirektion
Bildung und Kultur durchgeführte Evaluation hatte zum Ziel, das
JUGEND-Programm 2000-2006 gemäß der in den Richtlinien
festgelegten Ziele und Kriterien zu bewerten, die nationalen
Berichte über die Umsetzung und Auswirkung des Programms zu
analysieren und zusammenzuführen sowie Empfehlungen für das neue
„Jugend in Aktion“-Programm (2007-2013) zu geben. Zwischen
Februar und November 2007 wurden dafür unter anderem Interviews
und Online-Befragungen mit nationalen Agenturen, Behörden,
Jugendlichen, Jugendorganisationen und Jugendarbeitern
durchgeführt. Zwei Drittel der Nationalagenturen, mehr als 2.400
Träger, über 900 junge Leute und 458 Jugendarbeiterinnen und
Jugendarbeiter beteiligten sich an den Umfragen.
In ihrem 213 Seiten starken Endbericht weisen die Evaluatoren
unter anderem aus, inwieweit das Jugendprogramm zu den Zielen des
Weißbuchs Jugend, den von den Jugendministern gemeinsam
verabschiedeten jugendpolitischen Zielen sowie zum „Europäischen
Pakt für die Jugend“ beigetragen hat. Als besonders positiv wurde
herausgestellt, dass durch das Programm:
- Bedingungen geschaffen wurden, damit junge Menschen lernen zu
partizipieren,
- der Zugang junger Menschen zu europäischen Informationen
verbessert wurde,
- sich die Qualität der Informationssysteme gesteigert hat
(namentlich durch Eurodesk und das Jugendportal),
- die Mobilität junger Menschen erleichtert wurde, indem
Hindernisse für Teilnehmende, Freiwillige, Jugendarbeiter und
Forscherinnen und Forscher beseitigt wurden,
- sich freiwillige Aktivitäten weiterentwickelten,
- eine engere Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten,
Transparenz und Anerkennung nicht-formaler Bildung ausbildete.
- Insgesamt bietet das Programm Möglichkeiten für Mobilität und
informelles Lernen. In dieser Hinsicht leistet das Programm einen
Beitrag zum lebenslangen Lernen und zu einem Europa des Wissens.
Außerdem trägt es zur Stärkung der Zusammenarbeit im Bereich der
informellen Bildung bei.
Besonders interessant und auffällig sind natürlich die
Wirkungen, die eine Teilnahme am Programm auf die Jugendlichen
hatte. So stellten die Evaluatoren unter anderem fest:
- Das JUGEND-Programm wird im Allgemeinen als sehr erfolgreich
für die Verbesserung des Bürgerengagements der jungen Teilnehmer
angesehen, vor allem in Bezug auf Verhalten, Kommunikation und
soziale Fähigkeiten. Wenn man die Nettoergebnisse des Programms
betrachtet, wurde ein Drittel der Teilnehmer infolge des
Programms international aktiv, während etwas weniger als ein
Viertel auf nationaler Ebene aktiv wurde.
- Ehemalige EFD-Teilnehmer berichten von einer sehr positiven
Auswirkung auf ihre Arbeitsmarktfähigkeit, vor allem in Bezug auf
die berufliche Orientierung (62 % der EFD-Teilnehmer stellen
fest, dass die Teilnahme ihre berufliche Laufbahn beeinflusst
hat, während 56 % angeben, dass sich ihre beruflichen
Möglichkeiten durch die Teilnahme verbessert haben). Teilnehmende
in kurzzeitigen Austausche in Aktion 1 haben eine positivere
Haltung hinsichtlich der Arbeit in anderen Ländern entwickelt.
Die Teilnahme beeinflusste auch die Entscheidungen, die die
Jugendlichen in Bezug auf ihre Ausbildung treffen.
- Die eigenen Berichte der Jugendlichen zeigen, dass sie
infolge der Teilnahme am Programm einen stärkeren
Solidaritätssinn entwickelt haben; 80 % haben ein höheres
Verantwortungsgefühl und 90 % geben an, dass die Teilnahme
zumindest in gewisser Weise zu einem stärkeren Solidaritätssinn
beigetragen hat. Auch die Haltung gegenüber Europa wurde durch
die Teilnahme an dem Programm positiver; das gilt vor allem für
ehemalige EFD-Teilnehmer aus den neuen Mitgliedsländern.
Das zunehmende kulturelle/interkulturelle Bewusstsein und die
europäischen bzw. internationalen Dimensionen in der Praxis der
Jugendarbeiter wurden während des Programms verstärkt und werden
von den Jugendarbeitern als wichtigste Aspekte für die
Unterstützung der effektiven Gestaltung ihrer Arbeit mit
Jugendlichen bezeichnet. Auch die Entdeckung neuer Arbeitsmethoden
mit Jugendlichen wird als wichtig angesehen. Die Teilnahme an
Aktivitäten führt zu einer stärkeren Beteiligung von
Jugendarbeitern an EU-Netzwerken und das beeinflusst ihre Arbeit
mit Jugendlichen.
Kritisch äußeren sich die Evaluatoren zur aus ihrer Sicht
mangelhaften Beteiligung benachteiligter und bildungsferner
Jugendlicher. Ähnliches gilt für Organisationen, die wenig
Erfahrung mit der Antragstellung haben. In beiden Fällen soll das
Nachfolgeprogramm JUGEND IN AKTION es besser machen. Dazu und zu
weiteren Kritikpunkten und Empfehlungen, die die Evaluatoren
gebracht haben, wird die Kommission im Begleitausschuss des
Programms JUGEND IN AKTION Verbesserungsvorschläge vorlegen.