28.06.2007Soziale Integration

Kultur als Kitt. Europa soll eine europäische Kulturstrategie bekommen

Die Kommission hat eine "Mitteilung über eine europäische Kulturagenda im Zeichen der Globalisierung" veröffentlicht. Kultur ist, was Europa im Innersten zusammenhält.

via Europäische Kommission

"Kultur ist die Seele der menschlichen Entwicklung und Zivilisation. Die Kultur lässt uns hoffen und träumen, indem sie unsere Sinne anregt und neue Sichtweisen der Wirklichkeit bietet." So lyrisch beginnt die Mitteilung der Kommission "über eine europäische Kulturagenda im Zeichen der Globalisierung". Darin wird eine europäische Kulturstrategie vorgeschlagen. Eine "Einheit in der Vielfalt" sei die zentrale Idee des europäischen Integrationsprozesses, der Respekt vor der kulturellen und sprachlichen Vielfalt und die Förderung eines gemeinsamen kulturellen Erbes seien das zentrale Anliegen des europäischen Projekts. Im Angesicht der Globalisierung könne darauf weniger denn je verzichtet werden.

Die Mitteilung bekräftigt die zentrale Rolle der Kultur im europäischen Integrationsprozess, als Wirtschaftsfaktor und in den Beziehungen Europas zu Drittländern. Kultur meint denn auch nicht nur die Literatur und die Künste, sondern auch Lebensweisen, Wertesysteme, Traditionen und Überzeugungen. Unter dem Punkt 3.1. "Kulturelle Vielfalt und interkultureller Dialog" werden auch die "Förderung und Stärkung der interkulturellen Kompetenzen und des interkulturellen Dialogs, vor allem durch die Entwicklung von "Kulturbewusstsein und -ausdruck", "sozialen und zivilen Kompetenzen" und "Kommunikation in Fremdsprachen" genannt.

Die Agenda hat drei Hauptziele:

  1. Förderung der kulturellen Vielfalt und des interkulturellen Dialogs,
  2. Förderung der Kultur als Katalysator der Kreativität im Rahmen der Strategie von Lissabon für Wachstum und Beschäftigung,
  3. Förderung der Kultur als wesentliches Element der internationalen Beziehungen der Union, um Brücken zu anderen Teilen der Welt zu bauen.
Ein wesentliches Merkmal der neuen Strategie ist der Vorschlag, die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten und der Kommission stärker zu strukturieren. Grundlage dafür wäre die "offene Koordinierungsmethode", wie sie unter anderem bereits im Jugendbereich angewendet wird.

Ein zweites Merkmal ist der "cross-sektorale" Ansatz der Strategie. Barroso sprach daher auch von einem "zentralen Platz, den die Kultur inmitten unserer verschiedenen Politiken einnimmt". In der Mitteilung werden daher alle Maßnahmen aufgezählt, mit denen die EU Kultur fördert. Unter anderem wird das Jugendprogramm als ein Instrument genannt, das "eine enorme Auswirkung auf die Kultur" habe, "entweder durch gezielte Kulturprojekte, den Einsatz der durch sie geförderten Fremdsprachen, die enge Verbindung zwischen Lernen und Kultur oder die durch sie herbeigeführten Kulturerfahrungen".

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