Auf seiner Sitzung am 21.-22. Mai 2008 befasste sich der
Jugendministerrat mit einer Forderung des Europäischen Parlaments
zur Medienkompetenz. Das Parlament hatte Rat und Kommission
gebeten, ein Programm zur Förderung der Medienkompetenz („media
literacy“) zu entwickeln und zu implementieren, um eine aktive
und kritische Bürgerschaft in Europa zu fördern. Die Kommission
hatte daraufhin eine öffentliche Konsultation durchgeführt und
eine Studie zu dem Thema („Aktuelle Trends und Ansätze zur
Medienkompetenz in Europa“) in Auftrag gegeben. Außerdem hatte
die Kommission in ihrer Mitteilung „Ein Europäischer Ansatz für
Medienkompetenz im digitalen Kontext“ unter anderem mitgeteilt,
dass sie eine weitere Studie vergeben möchte, die Kriterien und
Indikatoren entwickeln soll, mit denen Levels von Medienkompetenz
definiert werden sollen. Deren Ausschreibung läuft zurzeit; die
Einreichungsfrist ist der 28. Juni 2008.
Der Rat der Jugendminister forderte nun die Kommission auf, die
weiteren Entwicklungen zu beobachten und den Bedarf von
politischen Maßnahmen auf europäischer Ebene auszuloten sowie das
„Kontaktkomitee“, das im Rahmen der Audiovisual Media Services
Directive eingerichtet wurde, als Forum zu nutzen, um
Informationen und Beispiele guter Praxis auszutauschen.
Die Mitgliedstaaten forderten die Ministerinnen und Minister auf,
- die Mitarbeit der zuständigen Behörden für das Thema
Medienkompetenz anzuregen,
- alle interessierten Akteure auf nationaler Ebene zu
beteiligen, wenn es darum geht, Regularien, Leitlinien und
freiwillige Selbstkontrollen einzuführen oder umzusetzen,
- alle Beteiligten, besonders den Medien- und Internet-Sektor,
eigene Beobachtungen und Untersuchungen zum Thema Medienkompetenz
einzubringen,
- Initiativen zu unterstützen, die die Aufmerksamkeit auf das
Thema lenken, vor allem solche, die sich an junge Leute und ihre
Eltern richten und Medien ebenso wie Jugendorganisationen
einbeziehen,
- und Medienkompetenz im Rahmen von Strategien zum Lebenslangen
Lernen zu fördern, sowie das gegenseitige Lernen und den
Austausch guter Praxis zwischen Lehrpersonal in diesem Bereich zu
unterstützen.
Der Rat einigte sich außerdem auf ein mehrjähriges Programm
für den Schutz von Kindern bei der Nutzung des Internets und
anderen Kommunikationstechnologien. Für die Nachfolge des Programms
„Safer Internet Plus“, das Ende des Jahres ausläuft, hatte die
Kommission bereits im Februar 2008 einen Vorschlag vorgelegt. Das
Programm soll den Kampf gegen illegale Inhalte und die Förderung
einer sicheren Nutzung vor allem für Kinder weiter fortsetzen.
Kinder, Eltern und Erzieher sollen über das Programm praktische
Hilfen erhalten. Das Programm, das eine Laufzeit von fünf Jahren ab
dem 1. Januar 2009 haben soll, hat ein Budget von 55 Mio. Euro. Die
erste Lesung durch das Europäische Parlament wird für Oktober 2008
erwartet.
Informationen zum Thema Medienkompetenz, die Ergebnisse der
Online-Konsultation sowie die Studie „Aktuelle Trends und Ansätze
zur Medienkompetenz in Europa“ gibt es auf den Seiten
der EU-Kommission.
Dokumente
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Council conclusions, Council of Europe, 2868th Council meeting, Education, Youth and Culture, Brussels, 21-22 May 2008, Press Release
Dieses PDF-Dokument mit dem Dateinamen "pressrelease.pdf" ist 347,27 kB groß.
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Proposal for a Decision of the European Parliament and of the Council (presented by the Commission), Rat der Europäischen Union, 7241/08, 29. Februar 2008
Dieses PDF-Dokument mit dem Dateinamen "st07241.en08.pdf" ist 298,92 kB groß.
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Mitteilung der Kommission, KOM(2007) 833 endgültig, Brüssel, den 20.12.2007
Dieses PDF-Dokument mit dem Dateinamen "medienkompetenz mitteilung.pdf" ist 58,23 kB groß.