Bezuschusst werden Aktivitäten auf europäischer und nationaler Ebene.
Was lange währt... Schon im September 2004 hatte der für Kultur zuständige europäische Kommissar Ján Figel' bei seiner Anhörung durch das Europäische Parlament von der Idee eines "Europäischen Jahrs des Interkulturellen Dialogs" gesprochen. Im Oktober 2005 nahm die Europäische Kommission den Vorschlag für einen Beschluss des Europäischen Parlaments und des Rates an (siehe NEWS vom 8.10.2005). Das Europäische Parlament und der Rat beschlossen dann am 12. Dezember 2006, das Jahr 2008 zum Europäischen Jahr des Interkulturellen Dialogs auszurufen.
Das Europäische Jahr des Interkulturellen Dialogs soll darauf zielen, den interkulturellen Dialog zu fördern, der es den europäischen BürgerInnen und allen, die in der Europäischen Union leben, ermöglichen soll, sich die Kenntnisse und Fähigkeiten anzueignen, um die zunehmend offene und komplexe Umgebung meistern zu können. Es soll außerdem deutlich machen, wie wichtig es ist, eine aktive und weltoffene Unionsbürgerschaft zu entwickeln, welche die kulturelle Vielfalt respektiert und auf gemeinsamen Werten gründet.
Für diese Mission stehen Mittel in Höhe von 10 Millionen Euro zur Verfügung. In zwei Aufrufen sucht die Kommission nun Vorschläge. Gefördert werden sollen zum einen acht bis zehn "symbolträchtige" Aktionen, die auf Gemeinschaftsebene die Ziele des Europäischen Jahres, vor allem bei Jugendlichen, bekannt machen. Gedacht ist an Events und Aktivitäten, die die Bedeutung und die Relevanz des interkulturellen Dialogs in unterschiedlichen Bereichen unterstreichen. Es können maximal 80 % der Gesamtkosten gedeckt werden.
Der zweite Aufruf richtet sich auf nationale Maßnahmen mit starker europäischer Dimension, die so viele Menschen wie möglich erreichen sollen. Hier soll der Schwerpunkt auf politische Bildung liegen. Dabei soll es vor allem um die gegenseitige Anerkennung von Unterschieden gehen. Der Zuschuss liegt bei maximal 50% der Gesamtkosten. Es sollen 27 Projekte – eines pro Mitgliedstaat - gefördert werden. Anträge für diesen zweiten Aufruf können nur über die nationalen Koordinierungsstellen für das Europäische Jahr gestellt werden, die in jedem Land eingerichtet werden sollen. Antragsfrist für beide Aufrufe ist der 31. Juli 2007.
Die Kommission hatte das Jahr in einem langen Konsultationsprozess vorbereitet. Bis zum 30. Oktober konnte man in Form einer offenen Ausschreibung der Kommission Ideen schicken, wie das Europäische Jahr gestaltet werden könnte. Außerdem wurden in regelmäßigen Treffen mit denen mit den im Netzwerk "Civil Society Platform for Intercultural Dialogue" zusammengefassten Organisationen der Zivilgesellschaft Ziele und Maßnahmen beraten. Dieser Prozess soll bis 2008 fortgesetzt werden und das Jahr auch begleiten und auswerten. Die Kommission plant außerdem für die nächsten Monate eine Mitteilung über die Rolle des kulturellen und interkulturellen Dialogs in Europa.
Die Ausschreibungen befinden sich auf der Webseite der Kommission.