Erste Studie zu den Ursachen der vorzeitigen Beendigung eines internationalen Freiwilligendienstes durch einzelne Teilnehmende überhaupt. Die Autoren Dr. Gerd Mutz und Susanne Korfmacher vom "Munich Institute for Social Science" führten im Auftrag des BMFSFJ die qualitativen Erhebungen durch.
Die wichtigsten Ergebnissen:
- Jugendliche im EFD-Programm müssen die Möglichkeit eines relativ leichten Abbruchs haben, da ein solches Programm zentral auf dem Prinzip der Freiwilligkeit basiert
- Abbruch hat nicht nur negative Aspekte, da auch in diesen Fällen häufig Lernprozesse in Gang gesetzt werden, die ohne eine Teilnahme an dem Programm nicht möglich gewesen wären
Zu der jetzt vorliegenden Studie wurde eine Aktenanalyse von Abbrüchen im Europäischen Freiwilligendienst (EFD) der Jahre 2000, 2001 und 2002 durchgeführt. Ziel der Untersuchung war es, typische Abbruchgründe zu klären und praktische Handlungsempfehlungen für die weitere Programmgestaltung des EFD zu geben. Insgesamt wurden 149 Akten gesichtet und untersucht. Ergänzt wurde die Studie durch Interviews mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Deutschen Agentur des EU-Aktionsprogramm JUGEND.
Zu den wichtigsten Ergebnissen der Studie zählt erstens, dass Jugendliche im EFD-Programm die Möglichkeit eines relativ leichten Abbruchs haben müssen, da ein solches Programm zentral auf dem Prinzip der Freiwilligkeit basiert. Zweitens hat sich gezeigt, dass es zumeist mehrere Gründe sind, die zu einem Abbruch des Programms führen. In seltenen Fällen wird nur ein Abbruchgrund angegeben. Drittens, und dies ist besonders interessant, weist die Studie darauf hin, dass ein Abbruch nicht nur negative Aspekte hat, da auch in diesen Fällen häufig Lernprozesse in Gang gesetzt werden, die ohne eine Teilnahme an dem Programm nicht möglich gewesen wären.
Damit bieten die Autoren eine völlig veränderte Sichtweise eines Phänomens an, das üblicherweise als Zeichen individuellen Scheiterns oder als Gradmesser für das Funktionieren von Freiwilligendiensten angesehen wurde. Unter der Maßgabe, dass es immer mehrere Gründe sind, die zusammenkommen, werden in der Studie eine Reihe spezifischer Motive für Abbrüche herausgearbeitet. Diese sind mit Blick auf die Gestaltung des EFD von großer Aussagekraft.
Zusammenfassend zeigt die Untersuchung, dass es sich bei dem Europäischen Freiwilligendienst um ein erfolgreiches Programm handelt, dass jedoch durchaus an manchen Stellen verbessert werden kann. So sind etwa bei den Projektbeschreibungen, die unter anderem als Orientierungshilfe für die Freiwilligen verfasst werden, und bei der Betreuung der Teilnehmer am EFD noch Verbesserungen angeraten.